Mord an US-Versicherungschef: Gericht verschiebt Prozessbeginn auf September

Mangione bei einer Anhörung im Dezember 2025 in New York
Mangione bei einer Anhörung im Dezember 2025 in New York
© AFP
Im Fall der tödlichen Schüsse auf einen US-Versicherungschef im Dezember 2024 im New Yorker Stadtteil Manhattan hat ein Gericht in New York den Beginn des Prozesses gegen den mutmaßlichen Schützen um drei Monate verschoben. Das Gerichtsverfahren auf Bundesstaatsebene gegen den 27-jährigen Luigi Mangione sollte am 8. Juni beginnen, der Prozessbeginn wurde am Mittwoch (Ortszeit) jedoch auf Anordnung des Richters Gregory Carro auf den 8. September verschoben.

Mangiones Anwälte hatten eine Verschiebung beantragt und argumentiert, der enge Zeitplan mache eine angemessene Vorbereitung unmöglich. Zuvor am Mittwoch hatte ein anderer US-Richter bereits Mangiones Bundesprozess aufgrund eines ähnlichen Antrags der Verteidigung um einen Monat auf Oktober verschoben. Es ist möglich, dass das Bundesverfahren angesichts des neuen Termins für den Prozess auf Bundesstaatsebene weiter hinausgeschoben wird.

In den USA können Angeklagte für dasselbe Verbrechen sowohl auf Bundes- als auch auf Bundesstaatsebene vor Gericht gestellt werden, auch wenn die Anklagepunkte in der Regel unterschiedlich sind. So auch im Fall Mangione: Auf Bundesstaatsebene ist er wegen Mordes angeklagt und muss im Falle einer Verurteilung mit lebenslanger Haft ohne Möglichkeit auf Bewährung rechnen. Vor einem Bundesgericht ist er wegen zweifacher zwischenstaatlicher Nachstellung angeklagt. Ihm droht die gleiche Strafe wie auf Bundesstaatsebene.

Mangione soll am 4. Dezember 2024 in Manhattan den Chef des Krankenversicherungskonzerns UnitedHealthcare, Brian Thompson, auf offener Straße erschossen haben. Er soll auf den 50-Jährigen mehrere Schüsse mit einer Pistole mit Schalldämpfer abgegeben und danach auf einem Fahrrad geflohen sein. 

Die Tat hatte nicht nur Entsetzen ausgelöst, sondern auch eine Serie hasserfüllter Kommentare in Online-Netzwerken über US-Krankenversicherer. Den Konzernen wurde vorgeworfen, sich auf Kosten der Patienten zu bereichern. 

Wegen der Gewalttat feierten einige Mangione gar als Helden. Die Ermittler fanden nach eigenen Angaben Hinweise darauf, dass der IT-Techniker aus Hass auf das US-Gesundheitssystem gehandelt haben könnte.

AFP