Er gab sich als FBI-Agent aus, ging in ein Bundesgefängnis in New York und wollte dort einen der bekanntesten Mordverdächtigen der USA zu befreien: Ein Mann hat offenbar versucht, den mutmaßlichen CEO-Mörder Luigi Mangione aus dem Gefängnis zu holen.
Der Versuch scheiterte, der 36-Jährige flog auf und wurde festgenommen. Jetzt sitzt er laut Gerichtsdokumenten im gleichen Gefängnis wie Mangione. Der Mann ist demnach wegen Drogendelikten vorbestraft und leidet an einer psychischen Erkrankung.
Vermeintlicher FBI-Agent hatte einen Pizzaschneider bei sich
Am frühen Mittwochabend wurde er im berüchtigten Metropolitan Detention Center vorstellig, gab sich als FBI-Mitarbeiter aus und behauptete, von einem Richter unterschriebene Papiere bei sich zu haben, mit denen er einen Häftling aus dem Gefängnis holen solle. Aus den offiziellen Dokumenten geht nicht hervor, um welchen Gefangenen es sich handelte. Mehrere US-Medien berichten aber unter Berufung auf Quellen aus der Haftanstalt, dass es um Luigi Mangione ging.
Der 36-Jährige konnte sich allerdings nicht als FBI-Agent identifizieren und zeigte lediglich seinen Führerschein vor. Außerdem behauptete er, Waffen mit sich zu tragen. Daraufhin wurde er vom Gefängnispersonal in Gewahrsam genommen. Bei seiner Durchsuchung wurde eine Grillgabel und eine "runde Stahlklinge" gefunden, wie es in den Gerichtsdokumenten heißt. Fotos zeigen, dass es sich bei der Klinge um einen Pizzaschneider handelte.
Luigi Mangione droht die Todesstrafe
Luigi Mangione soll im Dezember 2024 auf offener Straße in New York Brian Thompson, den Vorstandschef des US-Krankenversicherers UnitedHealthcare, erschossen haben. Nach tagelanger Flucht wurde er gefasst und sitzt seitdem im Gefängnis in New York. Mangione ist auf Bundesebene und vor einem Gericht in New York wegen Mordes angeklagt. US-Justizministerin Pam Bondi fordert die Todesstrafe für ihn. Mangione selbst hat auf unschuldig plädiert.
Für den mutmaßlichen Mörder gibt es seit der Tat eine bizarre Welle der Solidarität – unter anderem in Form von Spenden, Briefen und Demonstrationen. Seine Unterstützer sehen die Tat als Akt des Widerstands gegen das US-amerikanische Gesundheitssystem.
Quellen: Gerichtsdokumente, AP, "New York Times"