Mirzali ist seit 2015 als politischer Flüchtling in Frankreich anerkannt. Er betreibt einen Youtube-Kanal mit dem Titel "Made in Azerbaijan", in dem er regelmäßig die Regierung unter Präsident Ilham Alijew kritisiert. Der Kanal hat derzeit mehr als 345.000 Abonnenten.
"Es geht um die Freiheit, ein autokratisches und kleptokratisches Regime zu kritisieren", betonte sein Anwalt Henri Carpentier. "Er ist überzeugt, dass seine Bedrohung durch den Prozess nicht endet", fügte er hinzu.
Die Auftraggeber des Angriffs auf Mirzali wurden von der Justiz nicht formell identifiziert. Mirzalis Anwalt zeigt sich jedoch überzeugt, dass diese "zu den höchsten Kreisen Aserbaidschans" zählen.
Der Hauptangeklagte in Rennes ist ein Mann in den 30ern, der bei seiner Festnahme einen moldauischen Pass hatte. Nach Ansicht der Ermittler stammt er jedoch aus Aserbaidschan und hat dort Verbindungen zu einer russischsprachigen Mafiagruppe. Zum Auftakt des Prozesses bestritt der Angeklagte, je einen aserbaidschanischen Pass gehabt zu haben.
Er ist gemeinsam mit zwei anderen des Mordversuchs angeklagt. Einem von ihnen wird der Prozess in Abwesenheit gemacht, er befindet sich auf der Flucht. Den Dreien droht im Fall einer Verurteilung lebenslängliche Haft.
Die sechs übrigen Angeklagten sind der Beihilfe und der Teilnahme an einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Der Prozess soll bis zum 12. Juni dauern.