Der Fall hatte weithin Entsetzen ausgelöst: Die beiden französisch sprechenden Jungen im Alter von vier und fünf Jahren waren am Dienstag von einem Autofahrer weinend am Rand einer Schnellstraße in Südportugal entdeckt worden. Die Kinder hatten Rucksäcke mit Wasser, Keksen und Kleidung, jedoch keine Ausweispapiere bei sich. Sie erzählten, dass ihre Mutter sie in einen Wald gebracht und ihnen "für ein Spiel" die Augen verbunden habe. Als die Kinder ihre Augenbinden abnahmen, sei die Mutter verschwunden gewesen.
Die Frau und die beiden Kinder waren rund anderthalb Wochen zuvor im ostfranzösischen Colmar als vermisst gemeldet worden. Nach den Berichten über das Auffinden der Kinder meldete sich der von der Mutter getrennt lebende Vater der Jungen bei der Polizei und erstattete Anzeige wegen Kindesentzugs.
Die beiden Jungen wurden nach Angaben der portugiesischen Staatsanwaltschaft nach einer ärztlichen Untersuchung zunächst in einer Pflegefamilie untergebracht. Ihr Vater ist nach Berichten französischer Medien unterwegs, um sie abzuholen.