"Ich stehe seit sechs Stunden an und muss zur Arbeit", sagte die 62-jährige Cenaida Ramos vor einem der nochmals eröffneten Wahllokale AFP. Bei der Wahl eines neuen Staatsoberhauptes und auch eines neuen Parlaments hatte es am Vortag teilweise Probleme mit den Wahlunterlagen gegeben. Deshalb blieben bereits am Sonntagabend in vielen Orten die Wahllokale länger geöffnet als geplant.
Wegen der Probleme hatte die Staatsanwaltschaft das Hauptquartier der Wahlbehörde und die Räume eines privaten Subunternehmers durchsucht, dem vorgeworfen wurde, die Materialien nicht rechtzeitig geliefert zu haben. Insgesamt konnten der Wahlkommission zufolge mehr als 60.000 Bürger ihre Stimme nicht abgeben. Die fehlenden Stimmen machen aber nur einen Bruchteil der Gesamtzahl aus, am sich abzeichnenden Ergebnis der Präsidentenwahl dürften sie nichts ändern.
Nach Auszählung von gut der Hälfte der Stimmen am Montag lag Keiko Fujimori bei knapp 17 Prozent der Stimmen. Die Tochter des wegen Korruption verurteilten früheren Staatschefs Alberto Fujimori gilt als Unterstützerin von US-Präsident Donald Trump und hat im Wahlkampf angekündigt, US-Investoren nach Peru zu holen und Ausländer auszuweisen.
Ihr voraussichtlicher Gegner in der Stichwahl am 7. Juni wird der frühere Bürgermeister der Hauptstadt Lima, López Aliaga, sein. Der 65-Jährige hatte im Wahlkampf versprochen, "Jagd" auf venezolanische Migranten zu machen. Er kam laut den Teilergebnissen auf knapp 15 Prozent der Stimmen.