Nach Supercup-Niederlage Jähes Ende für "Legende" Xabi Alonso bei Real Madrid

Xabi Alonso ist nicht mehr Trainer von Real Madrid. (Archivbild) Foto: Manu Fernandez/AP/dpa
Xabi Alonso ist nicht mehr Trainer von Real Madrid. (Archivbild) Foto
© Manu Fernandez/AP/dpa
Nach der Niederlage gegen Erzrivale Barça ist Schluss: Real und Alonso gehen schon wieder getrennte Wege. Nach der Erfolgsstory in Leverkusen ist es der erste Rückschlag in Alonsos Trainerkarriere.

Die Ära der "Legende" Xabi Alonso ist bei Real Madrid nach nur 232 Tagen wieder vorbei. Der frühere Leverkusener Meistercoach musste bei seinem Herzensclub nach der schmerzlichen Niederlage gegen den FC Barcelona im Finale des spanischen Supercups schon wieder gehen. Das teilten die Königlichen mit und ernannten Álvaro Arbeloa, den Trainer der zweiten Mannschaft, zum Nachfolger.

"Damit endet eine Geschichte, die mit einem Märchen begann, aber mit einem Alptraum endete", schrieb die spanische Zeitung "AS". Nach einem Traumstart mit 13 Siegen aus 14 Spielen rutschte Real im Verlaufe der Saison immer tiefer in die Krise. Die Mannschaft schien unter Alonso nicht zu funktionieren und geriet gegenüber Erzrivale Barça immer mehr ins Hintertreffen, dazu kam der Zwist zwischen Alonso und Ex-Weltfußballer Vinícius Junior.

"Xabi Alonso wird immer die Zuneigung und Bewunderung aller Madrid-Fans genießen, denn er ist eine Legende von Real Madrid und hat stets die Werte unseres Vereins verkörpert. Real Madrid wird immer sein Zuhause bleiben. Unser Verein dankt Xabi Alonso und seinem gesamten Trainerstab für ihren Einsatz und ihre Hingabe in dieser Zeit", teilte Real mit. Die Trennung sei im gegenseitigen Einvernehmen erfolgt.

Arbeloa übernimmt

Nun soll es Arbeloa richten, der im vergangenen Sommer die zweite Mannschaft der Königlichen übernommen hatte. Davor hatte der 42-Jährige, der auch als Spieler viele Erfolge mit dem Club feierte und mit Spanien Welt- und Europameister wurde, im Jugendbereich von Real gearbeitet.

Die Königlichen reagierten damit auf die sportliche Krise: Neben dem verlorenen Supercup-Finale am Sonntag gegen Barça (2:3) läuft Real dem Team von Hansi Flick auch in der Meisterschaft hinterher. Der Rückstand beträgt vier Punkte. Und in der Champions League sind die Madrilenen nur Siebter, es drohen die Playoffs.

Zwar hatte sich der Rekordmeister in der Meisterschaft zuletzt etwas stabilisiert, überzeugend waren die Auftritte trotzdem nicht. "Seit dem 1. November ist die Stimmung im Bernabéu gedrückt: nur sieben Siege in den letzten 14 Spielen. Eine Siegquote von 50 %, die dem Verein nicht würdig ist. Ein Zusammenbruch. Ein Notruf", urteilte "AS" und die "Marca" bilanzierte: "Schon seit Wochen hegte der Vorstand Zweifel am Projekt. Man hatte das Gefühl, er habe noch nicht die richtige Formel gefunden, keinen Draht zur Mannschaft gefunden und das körperliche Training sei nicht effektiv gewesen."

Alonso wackelte schon im Dezember

Das 2:3 gegen Barcelona beim Supercup im fernen Saudi-Arabien war dann wohl eine Niederlage zu viel für den erfolgsverwöhnten und schillernden Präsidenten Florentino Pérez. Denn der Kader um Kylian Mbappé, Vinicius Junior, Antonio Rüdiger und Co. sollte höchsten Ansprüchen genügen. Schon nach dem 0:2 Anfang Dezember gegen Celta Vigo soll es Berichten zufolge eine Krisensitzung der Vereinsführung gegeben haben. 

Alonso war von Oktober 2022 bis zum vergangenen Sommer Trainer von Leverkusen. Mit Bayer gewann er in der Saison 2023/2024 den DFB-Pokal und ohne eine einzige Niederlage auch fulminant die deutsche Meisterschaft.

Erst Traumstart, dann Talfahrt

Mit dementsprechend großen Erwartungen hatten die Madrilenen ihren Ex-Profi als Coach verpflichtet. Und zunächst sah auch alles nach einer Erfolgsgeschichte aus: Nach dem Halbfinale bei der Club-Weltmeisterschaft konnte Alonso zu Beginn dieser Saison in den ersten 14 Pflichtspielen 13 Siege bejubeln. Es war der beste Saisonstart, den die Königlichen jemals hatten.

Doch ausgerechnet bei seinem früheren Verein FC Liverpool (0:1) Anfang November in der Champions League startete die Talfahrt für den Spanier mit dem Starensemble. Die Wende gelang ihm nicht mehr.

dpa