Eisregen hat im Norden zu spiegelglatten Straßen und etlichen Unfällen geführt. Allein auf der Autobahn A7 ist es wegen einsetzender Glätte zwischen Henstedt-Ulzburg und Hamburg gleich zu mehreren Verkehrsunfällen gekommen, wie die Polizei mitteilte. "Es gab sehr viele Unfälle, aber meistens blieb es bei Blechschäden", sagte ein Sprecher. Die Autobahn 7 musste zwischen Henstedt-Ulzburg und Quickborn in Richtung Hamburg zeitweise komplett gesperrt werden. Am späten Abend konnte die Autobahn wieder freigegeben werden, wie ein Sprecher mitteilte.
Die Feuerwehr berichtete von einer Massenkarambolage mit acht beteiligten Fahrzeugen. Dabei wurden vier Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer. Bei einem weiteren Unfall stießen drei Fahrzeuge zusammen - zwei Menschen wurden verletzt. Bei einem Fahrzeug handelte es sich um einen Viehtransporter mit Rindern. Einige Tiere mussten getötet werden.
Auch A210 musste gesperrt werden
Auch auf der A210 kam es am Nachmittag zu Glätteunfällen. Die Autobahn wurde laut Polizei in Höhe des Autobahnkreuzes Rendsburg (Kreis Rendsburg-Eckernförde) in beide Richtungen voll gesperrt. Auch dort hatten die Rettungsfahrzeuge Probleme, auf den spiegelglatten Straßen zu den Unfallstellen zu gelangen. Wie viele Unfälle es auf der Strecke insgesamt gab, konnte die Polizei am Abend noch nicht sagen. Meistens sei es jedoch bei Blechschäden geblieben, sagte ein Sprecher.
Auch in Hamburg gab es auf den Straßen Glätte-Unfälle. Laut Polizei handelte es sich vor allem um Zusammenstöße bei geringer Geschwindigkeit. Deshalb blieb es meist bei Blechschäden. Einen größeren Unfall gab es auf der A7. Dort stieß ein Lastwagen auf Höhe der Anschlussstelle Schnelsen Nord gegen eine Leitplanke. Der 26-jährige Lkw-Fahrer musste von der Feuerwehr befreit werden.
Deutscher Wetterdienst: "Gefahr für Leib und Leben"
Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor in Hamburg und Schleswig-Holstein vor Glatteis durch gefrierenden Regen gewarnt, sprach von einer "Gefahr für Leib und Leben". Die amtliche Unwetterwarnung galt von 13.00 Uhr an und sollte bis Mitternacht andauern.
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Der DWD riet, einen Aufenthalt im Freien und Fahrten zu vermeiden. Es könne auf allen Verkehrswegen zu Beeinträchtigungen bis hin zu Sperrungen oder Schließungen kommen. Autofahrer sollten deshalb möglichst volltanken und vorsichtshalber Decken und warme Getränke an Bord haben.
Weiter Einschränkungen bei der Hamburger S-Bahn
Fahrgäste der Hamburger S-Bahn mussten wegen Schnee und Glätte weiter auf allen Linien mit Einschränkungen leben. "Auch wenn wir auf allen Strecken fahren können, kann es auch weiterhin aufgrund der dynamischen Wetterlage zu neuen kurzfristigen Einschränkungen kommen, die zu Verspätungen und Zugausfällen führen", teilte die S-Bahn mit.
Unter anderem gebe es weiter keinen S-Bahn-Verkehr von Altona direkt nach Holstenstraße, Sternschanze und Dammtor. Die Linie S2 fahre gar nicht und die Linie S5 verkehre zwischen Neugraben und Stade während des Berufsverkehrs alle 20 Minuten, ansonsten nur einmal pro Stunde.
Am Nachmittag sorgte eine liegengebliebene S-Bahn für massive Probleme. Gegen 15.00 Uhr sei der Zug der Linie S3 zwischen den Bahnhöfen Hammerbrook und Elbbrücken zum Stehen gekommen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Daraufhin musste der S-Bahnverkehr zwischen Wilhelmsburg und Hammerbrook in Richtung Innenstadt eingestellt werden. Es wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Fahrgäste der S-Bahn konnten den Zug am Bahnhof Elbbrücken verlassen.
Moia-Rufbusse bleiben in den Depots
Die Moia-Rufbusse blieben am Montag in Hamburg in den Depots. "Aufgrund der aktuellen Wetterverhältnisse haben wir unseren Fahrbetrieb vorübergehend eingestellt", teilte eine Sprecherin mit. Wann die Busse wieder starten, sei noch nicht absehen.
Auch südlich von Hamburg gab es zahlreichen Zugausfälle im Regionalverkehr. Unter anderem bei den Bahnunternehmen Metronom und Enno fielen am Morgen einige Züge aus, wie die Unternehmen auf ihren Internetseiten mitteilten – beim Metronom bessert sich die Lage seitdem aber. Eine vorsichtige Entspannung der Lage sei erkennbar. Unter anderem war die Linie RE3 zwischen Uelzen und Hamburg betroffen. Auch auf den Linien RB31 zwischen Hamburg und Lüneburg sowie RB41 zwischen Tostedt und Hamburg kam es früheren Angaben zufolge zu Ausfällen.
Feuerwehr warnt vor Betreten der Eisflächen
Die Feuerwehr warnte unterdessen trotz zwei Tagen mit zweistelligen Minusgraden eindringlich vor einem Betreten der Eisflächen. "Es gibt kein tragfähiges Eis in Hamburg", sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. Bislang hätten sich alle in der Stadt auf die Warnung eingestellt: Die Feuerwehr musste nicht ausrücken, weil Menschen ins Eis eingebrochen waren. In den Nächten auf Sonntag und Montag waren die Temperaturen in Hamburg auf bis zu -14 Grad gesunken.
Salzvorräte im Norden ausreichend
Die Salzvorräte des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein reichen noch aus. "Zudem werden in den kommenden Tagen Nachlieferungen eintreffen", sagte eine Sprecherin. Es sei genug Salz für die Bundes- und Landesstraßen sowie die Kreisstraßen der Landkreise vorhanden, mit deren Kreisverwaltung eine Vereinbarung über den Straßenbetriebsdienst geschlossen wurde. Das sind Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen, Rendsburg-Eckernförde, Plön, Ostholstein und Stormarn.
Auch die Streusalzlager der Stadtreinigung Hamburg sind nach wie vor ausreichend gefüllt. "Darüber hinaus erwarten wir weitere Bestellungen und blicken zuversichtlich auf den Rest des Winters", sagte eine Sprecherin.