Der Bus war im Bezirk Anuradhapura in Not geraten. Nach einer 24-stündigen Rettungsaktion mit Hubschrauber und Marinebooten konnten die Businsassen gerettet werden. Ein Passagier berichtete lokalen Medien in einer Klinik, Soldaten hätten den Insassen geholfen, auf das Dach eines Hauses in der Nähe zu klettern. Zuvor hätten die Soldaten Seile gespannt, damit sie sicher durch die Fluten waten konnten.
"Wir hatten viel Glück. Während wir auf dem Dach waren, brach ein Teil davon ein. Drei Frauen fielen ins Wasser, aber ihnen konnte zurück aufs Dach geholfen werden", sagte W. M. Shantha. Eine Rettung per Hubschrauber habe abgebrochen werden müssen, weil die Wirbel der Rotorblätter das Dach wegzufegen drohten. Später seien sie mit Marinebooten gerettet worden.
Nach Angaben der Behörden war etwa ein Drittel des Landes ohne Strom und fließendes Wasser. Auch die Internet-Verbindungen waren gestört. Rund 108.000 Menschen, deren Häuser durch die einwöchigen heftigen Regenfälle zerstört wurden, wurden in staatliche Notunterkünfte gebracht. Insgesamt wurden 20.000 Häuser zerstört. Weitere 798.000 Menschen brauchen laut Katastrophenschutzzentrum DMC staatliche Hilfe, weil sie ihre Wohnungen oder Häuser vorübergehend verlassen mussten.
Präsident Anura Kumara Dissanayake rief den Katastrophenfall aus, der ihm besondere Rechte einräumt, um Hilfsmaßnahmen zu ergreifen. Die Armee unterstützte die laufenden Hilfseinsätze.
"Ditwah" war am Mittwoch in Sri Lanka auf Land getroffen, seine Auswirkungen hatte der südasiatische Inselstaat aber bereits seit vergangenem Montag zu spüren bekommen.
Das große Nachbarland Indien schickte am Samstag eine Flugzeugladung Hilfsgüter nach Sri Lanka. Der indische Regierungschef Narendra Modi drückte den Angehörigen der Flutopfer sein Mitgefühl aus und versicherte, sein Land sei bei Bedarf zu weiteren Hilfslieferungen bereit. "Ditwah" bewegte sich derweil von Sri Lanka weg in Richtung Indien.