Die Zahl der Arbeitslosen war im Januar über die Schwelle von drei Millionen gestiegen und blieb die darauffolgenden Monate auch darüber. Im Jahresverlauf 2025 war die Zahl nur knapp unter der Drei-Millionen-Marke geblieben.
Die Arbeitslosenquote sank von April bis Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag sie 0,1 Prozentpunkte höher.
Die Arbeitskräftenachfrage habe sich im Mai „auf niedrigem Niveau stabilisiert“, teilte die BA weiter mit. Rund 643.000 offene Stellen waren gemeldet, 8000 mehr als im Mai vor einem Jahr.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) erklärte, die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibe „angespannt“. Grund dafür seien die internationalen Krisen und die Transformationsprozesse in der Wirtschaft. Ihr Ministerium betonte, das Risiko, durch den Verlust der Beschäftigung arbeitslos zu werden, sei „im langjährigen Vergleich jedoch nach wie vor relativ gering“.
DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sprach von einer „Arbeitsmarktkrise“. Bei anhaltender Konjunkturschwäche erwarteten Beschäftigte zu Recht Antworten, die gegen Verunsicherung helfen, Lösungen für industrielle Umbrüche und Mittel gegen den Druck auf viele Arbeitsplätze, erklärte sie. „Wer jetzt den Sozialstaat infrage stellt oder Arbeitnehmerrechte schleifen will, schafft Probleme, statt welche zu lösen.“ Piel sprach sich erneut gegen die Abschaffung des Acht-Stunden-Tags und gegen Kürzungen der sozialen Sicherungssysteme aus.