„Die Überbelegung der Gefängnisse ist eine der dringendsten Herausforderungen, die während dieses Besuchs festgestellt wurden. Sie beeinträchtigt unmittelbar die Grundrechte der Gefangenen“, erklärte die Delegationsleiterin Suzanne Jabbour.
Anfang April waren nach Angaben des Justizministeriums mehr als 88.000 Menschen inhaftiert, ein neuer Höchstwert. Mehr als 7500 von ihnen haben demnach keine Betten, sondern schlafen auf Matratzen auf dem Boden. In etwa 30 von insgesamt 190 Gefängnissen gibt es mindestens doppelt so viele Häftlinge wie Plätze.
Die Regierungsbeauftragte für Gefängnisse, Dominique Simonnot, prangerte in ihrem am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht ebenfalls die „katastrophalen Zustände im Strafvollzug“ an. Die Überbelegung führe zu „Erschöpfung, Spannungen und Gewalt“, betonte Simonnot. Die Aufseher seien überfordert und könnten Brutalität und illegale Geschäfte nicht verhindern. Hinzu kämen ein chronischer Personalmangel und fehlende Mittel, um die teils überalterten Gebäude zu renovieren.