morgenstern
Der Sommer kommt. Und mit ihm eine tödliche Gefahr

Badegäste im Freibad – DLRG warnt
Das Freibad bietet Abkühlung bei Hitze – doch auch dort ist Vorsicht geboten, warnt die DLRG
© Panama Pictures / Imago Images

Debattieren Sie mit!

  • Mit stern-Account aktiv an allen Debatten teilnehmen und kommentieren.
Jetzt registrieren
Bei Hitze suchen viele Abkühlung – doch die Lebensretter von der DLRG warnen vor dem Sprung ins Wasser. Und: Matthias Sammer kritisiert den DFB. Die Lage am Morgen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

der Sommer hat einen verlängerten Wochenendausflug nach Deutschland gemacht. Der strahlende Sonnenschein und die Temperaturen von teils über 30 Grad am langen Pfingstwochenende hielten auch am gestrigen Dienstag noch an, bevor es zumindest im Norden wieder etwas kühler werden soll. Soweit die guten Nachrichten.

Der Frühsommer bringt aber leider verlässlich auch Nachrichten mit sich, die betroffen machen. Vier Kinder und zwei Erwachsene sind bei Badeunfällen ums Leben gekommen – so die traurige Bilanz des Pfingstwochenendes in Deutschland. Aus England wurden vier Fälle gemeldet, in denen Jugendliche zwischen Sonntag und Dienstag ertrunken sind. In Frankreich waren es nach Angaben der Behörden mindestens fünf Personen – darunter auch eine 56 Jahre alte Deutsche, die an der Atlantikküste bei Bordeaux von den Wellen mitgerissen wurde.

Wasser, das unterschätzte Element

Man muss davon ausgehen, dass sie nicht die letzten Toten sein werden, die dieser Sommer bringt. Im Landkreis Pinneberg (Schleswig-Holstein) wird ein Schwimmer noch vermisst. Im vergangenen Jahr sind laut Zahlen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) insgesamt 393 Menschen in deutschen Gewässern ums Leben gekommen. 1154 Menschen konnten die Rettungsschwimmer vor dem Ertrinken bewahren.

Die Naturkräfte des Elements Wasser werden von vielen Badenden unterschätzt. Flüsse und Seen laden bei hochsommerlichen Temperaturen zum Abkühlen ein, können aber zur tödlichen Gefahr werden. Und auch in Freibädern kommt es immer wieder zu Unfällen. Die DLRG warnt eindringlich davor, Risiken zu unterschätzen. „Schätzen Sie Ihre Leistungsfähigkeit kritisch ein und handeln Sie nicht übermütig“, appelliert die Gesellschaft auf ihrer Website. Gerade im Frühsommer kann es gefährlich werden: Im Mai und Juni sind Gewässer oft noch kalt und der Körper nicht daran gewöhnt. Beim Sprung ins kalte Wasser droht ein Kreislaufschock mit Unterkühlung und Krämpfen.

Deshalb warnen die Retter auch vor dem Baden in Naturgewässern und raten aktuell eher zum Besuch eines Freibads. Flüsse gelten wegen ihrer Strömungen und der Schifffahrt als besonders gefährlich, im Meer können die Gezeiten, nicht erkennbare Strömungen und starke Winde auch erfahrenen Schwimmern Probleme bereiten. Auf Alkohol und Drogen sollte sowieso verzichtet werden.

Gefährdet sind vor allem Kinder – und junge Männer. Fast 60 Prozent der Schülerinnen und Schüler am Ende der vierten Klasse können nicht sicher schwimmen. Das liegt auch daran, dass es vielerorts an Bädern fehlt, in denen Schwimmkurse stattfinden können. Die DLRG appelliert an Eltern, ihre Kinder beim Baden gut zu beaufsichtigen. Das gilt übrigens auch in Schwimm- bzw. Freibädern, wo die Bademeister an heißen Tagen mit dem Andrang oft kaum zurechtkommen.

2025 ertranken 73 Menschen zwischen elf und 30 Jahren. Nur eine Person in dieser Altersklasse war weiblich, teilte die DLRG mit. Bei männlichen Jugendlichen und jungen Männern seien „Übermut und Selbstüberschätzung leider weit verbreitet“, erklärt DLRG-Präsidentin Ute Voigt. Sie neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu über- und die Gefahren des Wassers zu unterschätzen – selbst dann, wenn sie eigentlich kaum schwimmen können.

Matthias Sammer über den deutschen Fußball

Matthias Sammer hat den deutschen Fußball mitgeprägt – zuerst als erfolgreicher Spieler, dann als Trainer und als Manager bzw. Vorstand beim DFB und FC Bayern. Mittlerweile ist er TV-Experte und Berater beim BVB. In allen Funktionen fiel der 58-Jährige vor allem mit zwei Eigenschaften auf: Er war nie zufrieden und hatte immer einen klaren, analytischen Blick in die Zukunft.

So präsentiert sich Sammer auch im stern-Interview: Er benennt die Schwächen der Nationalmannschaft, die Probleme im deutschen Fußball und nimmt die Weltmeister von 2014 in die Pflicht. Außerdem haben ihn meine Kollegen natürlich auch gefragt, was er vom Neuer-Comeback hält.

5-Minuten-Talk: Kanzlertausch bei der Union?

Schwach angefangen und dann stark nachgelassen – so könnte man wohl die Kanzlerschaft von Friedrich Merz beschreiben. Schon bevor seine Amtszeit überhaupt begonnen hatte, machte er sich mit Sondervermögen und AfD-Abstimmung im Bundestag unbeliebt. Und es wird einfach nicht besser. 

Die Koalition kommt nicht aus dem Tief, die Reformen stocken. Nach kaum mehr als einem Jahr schwelt im Hintergrund bereits eine heikle Debatte: Hat Friedrich Merz noch die Kraft, sich und die Regierung neu zu erfinden? Oder sollte sich die Union nach einem neuen starken Mann umsehen?

Weitere Schlagzeilen im Überblick

Das passiert am Mittwoch, dem 27. Mai 2026

  • Die Wirtschaftsweisen legen ihr Frühjahrsgutachten vor. Dabei dürfte der Sachverständigenrat seine Konjunkturprognose deutlich senken.
  • Im Prozess gegen die ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette könnte heute das Urteil fallen. Vor dem Landgericht Verden ist sie wegen acht Raubüberfällen auf Geldtransporter und Supermärkte angeklagt.
  • Das Projekt Fußball-WM 2026 beginnt: Die deutsche Nationalmannschaft trifft sich zum Beginn der Vorbereitung in Herzogenaurach.

Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Der Chef ist ein Ekel, die Arbeit sinnlos, die Karriere in der Sackgasse. Die Kündigung muss manchmal sein. Hier erzählen sechs Menschen von ihrer Entscheidung.

Wie hat Ihnen dieser morgenstern gefallen? Schreiben Sie es mir gerne: eugen.epp@stern.de. Sie können dieses Morgen-Briefing auch als Newsletter in Ihr Postfach erhalten. Melden Sie sich einfach unter folgendem Link an.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag! 

Eugen Epp