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Frage Nummer 93478 Gast

auto vor 6 monaten gekauft und jetzt beim tuv sehr teure Schäden festgestellt

Hallo.vater hat im September 13 ein Auto bei einem Autohändler gekauft ohne Kaufvertr. nur mit Quittung.Heute zum TÜV und mir wurden folgende Mängel genannt:
ESD +MSD +Gummi defekt
Schweller re+li
Achsmanchette re aussen
Stabillager vorne re+li
Ölverlust
Was kann ich da tun.
Denn diese Schäden wurden nie genannt. Der unterboden ist so gut wie weggefault. Und das MUSS vor dem kauf schon gewesen sein.
Vielen dank im vorraus ich hoffe mir kann jemand helfen.
Steffi
Antworten (19)
elfigy
Dein Vater hat das Auto so gekauft wie besichtigt. Wenn ihr jetzt diese Schäden am Auto habt, dann ist es euer Versäumnis, das Auto nicht genau angeschaut zu haben. Oder wenn doch, dann halt nicht sachkundig. Außerdem ist es mehr als leichtfertig, ein Auto ohne Kaufvertrag von einem Händler zu kaufen, ohne schriftliche Garantiezusagen.
Was ihr jetzt bezahlen müsst, nennt man Lehrgeld.
Wenn ihr wieder mal ein gebrauchtes Auto kauft, lasst es in einer Werkstatt untersuchen. Das kostet nicht viel und rechnet sich hinterher.
Opal
Elfi, Steffis Vater ist offensichtlich in, ich nenne es mal betrügerischer Absicht, ein Schrotthaufen verkauft worden. Der Verkäufer wußte wohl im Voraus warum nur auf Quittung. Ihr Vater sollte mal nen Rechtsanwalt seinen Vertrauens besuchen und eine Rechtsauskunft einholen.
noergel
Pech gehabt!
Bevor man ein Auto kauft, fährt man damit zu einem Sachverständigen. Wer die 100-150 Euros nicht investieren will, soll sich hinterher auch nicht wundern.
elfigy
Opal, er hat eine Schrottkiste mit nur noch 7 Monaten TÜV gekauft, und Steffi hätte den Preis dazu schreiben sollen. Ich vermute, er hat auch einen Schrottpreis bezahlt. Ich sehe da keinen Betrug. Alle Verkäufer loben ihre Waren. Es ist Aufgabe des Kunden, die Qualität zu prüfen, ob sie den Preis wert ist.
Und dazu war Steffis Vater wohl nicht in der Lage. Jeder, der einen Funken Ahnung hat, weiß dass so ein altes Auto nicht o.k sein kann, wenn der Händler nicht schriftlich Garantie drauf gibt.
Opal
Elfi, ich denke nicht das Steffis Vater vor dem Kauf über die Mängel an diesem Fahrzeug aufgeklärt worden ist, und leider wissen wir nicht in welcher Altersklasse Steffis Vater ist. Wenn bei jetzt mal, ganz fiktiv, ein Verkäufer einem Opa ein Auto andrehen will, dann schafft der das auch. Egal jetzt ob es ein Vertraghändler ist oder der Hinterhofhändler in der letzten Seitenstraße.
Amos
Das ist bedauerlich, aber rechtlich ist daran nichts auszusetzen. Auch Schrott darf man verkaufen. Ob der dann noch zum Fahren dient, steht auf einem anderen Blatt.
elfigy
Opal der Händler war nicht verpflichtet, Steffis Vater von sich aus über die Mängel aufzuklären. Er muss nur die Wahrheit sagen, wenn gezielt nach diesen Mängeln gefragt wird. Aber bei solchen Autos wird meist nur Wischiwaschi erzählt wie z.b. "Der läuft noch ne Weile" ... Und so hat Steffis Familie jetzt halt Erfahrungen gesammelt. Wenn sie zu dem Händler gehen und ihn mit den Mängeln konfrontieren, wird er sagen, er habe das nicht gewusst. So ein gebrauchtes KFZ ist ohne schriftliche Garantie gekauft wie gesehen.
Der_Denis
So wie du das schilderst sieht da stark danach aus, dass der Verkäufer von den Mängeln wusste. Dann wäre es eine arglistige Täuschung. (Betrugsversuch) Das Problem wird nur sein: wie willst du dem Händler das nachweisen? Frag mal einen Anwalt.
Der_Denis
@ Elfi: Das sehe ich etwas anders, stell dir vor, ich verkaufe dir einen defekten Brotbackautomat, verschweige dir aber den Defekt. Weil du mich ja nie gefragt hast, geht der noch. Und ich sag dir, der ist super, weil ich als Verkäufer ja Produkte loben darf. Das wäre doch auch nicht in Ordnung von mir, oder?
starmax
Unfallschäden müssen angegeben werden, und auch verdeckte Mängel. Die hier sind nicht verdeckt, sondern offensichtlich.
Außerdem war das Fahrzeug betriebsbereit. Dumm nur, wenn die Reparaturkosten den Zeitwert übersteigen.
Statt zum Anwalt würde ich zu diesem Händler gehen, hart über Rückgabe plus Neukauf verhandeln.Eventuell mit Weitersagen drohen. Und die gemachten Fehler vermeiden!
also
elfigy
@ Denis. Natürlich wäre das nicht in Ordnung. Aber ich würde dich auf jeden Fall fragen, weil ich nicht doof bin und würde mir die Eigenschaften auch schriftlich bestätigen lassen. Dennoch wäre ich die Dumme, wenn der Brotbackofen bei mir dann nach kurzer Zeit kaputt wird, auch wenn du mir wahrheitsgemäß versichert hast, dass er bei dir funktioniert hat. So ist es doch bei dem Auto auch. Der Kunde hat das Auto nicht sachgerecht angeschaut. Er hat ja nicht mal später den Ölverlust bemerkt. Wir kennen ja das Verkaufsgespräch nicht, da kann man nicht einfach von Betrugsversuch ausgehen. Als Qualitätsmerkmal wir da oft einfach nur gesagt, das Auto habe noch TÜV. Das läuft noch, das lief gestern noch. Ich würde so verfahren wie starmax vorschlägt. Vielleicht haben sie auch Glück und der Händler hat es schwarz verkauft und lenkt deswegen ein.
ing793
@Elfi: er braucht weder einen Kaufvertrag noch eine schriftliche Garantiezusage.
Er hat von einem Händler gekauft, da gilt gesetzliche!!! Gewährleistung!!!! Und mit der Quittung kann er den Kauf beweisen.
Im Gegenteil, ohne Kaufvertrag ist er in diesem Fall besser dran. Denn der Händler muss beweisen, dass er beim Kauf auf die Schäden aufmerksam gemacht hat und das Auto als "Bastlerfahrzeug" oder ähnlich verkauft hat. Ansonsten ist er in der Regresspflicht.
Ich schreibe bei solchen Fällen eigentlich immer, dass nach Ablauf der ersten sechs Monate diese Gewährleistung nichts mehr wert ist. Aber das hier ist ein Ausnahmefall, da die Schäden in der kurzen Zeit nicht entstanden sein können, also beim Kauf schon vorlagen.
Ich würde zum Händler gehen und auf Rückabwicklung oder Rücknahme pochen und wenn er darauf nicht eingeht, zum Rechtsanwalt gehen. Meiner Meinung nach stehen die Chancen gut.
elfigy
Du hast recht ing., wenn der Verkauf regulär als Händler getätig wurde. Ich frage mich allerdings hier, weshalb kein Kaufvertrag gemacht wurde. Denn wenn der Händler es als Privatperson oder im Kundenauftrag verkauft hat, dann ist er aus der Gewährleistungspflicht raus. Wir können das nicht nachvollziehen, außer Steffi meldet sich nochmal. Der Händler ist zwar dazu verpflichtet, dem Kunden mitzuteilen, ob er im Kundenauftrag handelt, aber da genügt schon ein Hinweis auf dem Schild am Auto.
Was aber nicht von allen Leuten wahrgenommen oder verstanden wird.
ing793
@Elfi: auch bezüglich eines Verkaufs "im Auftrag Dritter" ist der Händler in der Beweispflicht. Und privat darf er als Händler nicht mal sein eigenes Auto verkaufen.
Das mit dem fehlenden Kaufvertrag kommt mir auch spanisch vor, so bescheuert ist normalerweise kein Händler. Aber nach der Beschreibung von Steffi.....
machines_schatzi
„Agenturgeschäft“ Der Händler erklärt, er trete nur als Vermittler zwischen zwei Privatleuten auf. Ein solches Agenturgeschäft mit einem Verkauf „im Kundenauftrag“ ohne Gewährleistung hat der BGH grundsätzlich für zulässig erachtet (Az.: VIII ZR 175/04)
Agenturgeschäfte, insbesondere im Gebrauchtwagenhandel, sind eine seit langem bekannte Erscheinung. […] In der Rechtsprechung des erkennenden Senats sind sie als legitimes Mittel zur Erreichung dieses Zwecks anerkannt worden […]
Die Agentur , hier der Händler hat dafür keine Gewährleistung zu erbringen.
Das Amtsgericht München hat entschieden, dass ein Kfz Händler ein Fahrzeug, das nicht in seinem Betriebsvermögen enthalten ist, ihm aber privat gehört, auch privat verkaufen darf. Auch hier kann die Gewährleistung wirksam ausgeschlossen werden.
Am besten wäre, Steffi meldet sich nochmal, wir können nur Vermutungen anstellen, wie der Kauf zustande kam.
Opal
Boah Elfi, bist du die Schwester des Verkäufers ???
elfigy
Ganz im Gegenteil Opal. Ich mache auf die miesen Tricks von unseriösen Gebrauchtwagenhändlern aufmerksam. Der Kunde kann nicht wachsam genug sein. Es gibt da eine ganze Menge Spitzbuben, die ihre Kunden hintes Licht führen.
Es hilft den Geschädigten ja nicht, wenn sie weiterhin blauäugig durch die Gegend düsen.
Man muss lernen, ganz genau hinzuschauen.
Aber hier in dem Fall wissen wir es nicht genau.
Opal
Ich bin ja auch nun schon so weit zu sagen/schreiben das Steffis Vater einem Scharlaten aufgesessen ist. Aber wie weit, und das ist ja letzendlich Steffis Frage, kann man diesem***** Verkäufer zu Leibe rücken???
starmax
Von Anwalt, Sachverständigen und Gericht würde ich hier echt abraten - die Kosten (auch hälftig, wozu Rrichter ja neigen) werden teurer als die Reparatur. Bis auf den von hier nicht definierbaren Ölverlust und die Schwellerreparatur (Rost?) dürfte der Rest für ca. 300 Euro zu beheben sein.
Einen "weggefaulten" Unterboden kann ich mir nicht vorstellen, denn dann würden die
Füße auf die Fahrbahn baumeln...