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Frage Nummer 3000133365 Gast

Befristetet Arbeitsvertrag

Hallo. Kann mir jemand helfen? Ich hab befristetet Arbeitsvertrag auf 2 Jahre gehabt (6 Monate Probezeit war). Meinen Arbeitsvertrag endet in Januar und jetzt hab ich wieder befristetet Arbeitsvertrag auf 2 Jahre bekommen mit diesem Grund:
der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht.

Sie sagen dass sie sind wirklich zufrieden und dass ich kann da arbwiten wie lang will ich (nächste 10 oder 20 Jahre) aber ich bekomme immer befristetet Arbeitsvertrag auf 2 Jahre.

Ich bin aus Ausland und ich möchte wissen ob es ist normal, weil ich hab die ganze Zeit gedacht dass es ist normal nach dem 2 Jahrw dass ich bekomme unbefristetet Arbeitsvetrag.

Ich bedanke mich auf eure Hilfe.

Lg
Antworten (10)
Fiete11
2 Jahre Befristung eines Zeitvertrags ist die eine Sache.

Diese 2 Jahre sind um und nun darf es nicht zu einem erneuten befristeten Vertrag kommen.

Lies hier mal nach:
https://www.ahs-kanzlei.de/2015/08/kettenbefristung-unzulaessig/#urteil%20bag%207%20azr%20443/09

Falls Du damit nicht klarkommst, solltest Du einen Anwalt für Arbeitsrecht aufsuchen.
ing793
"ohne Begründung" darf ein befristeter Vertrag nach zwei Jahren nicht noch einmal befristet verlängert werden.

Das ist hier aber auch nicht der Fall. Der Arbeitgeber gibt einen sachlichen Grund an für die Befristung. Mit einer solchen Begründung ist eine erneute Befristung ohne weiters zulässig.
Je öfter das passiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gericht das irgendwann später mal als unzulässige Kettenbefristung betrachtet. Aber im Augenblick kannst Du nichts daran ändern.

Ich würde mir ein Zeugnis ausstellen lassen (immerhin ist der Vertrag beendet) und anfangen, nach Alternativen zu suchen. Eine Firma, die nicht loyal zu ihren Mitarbeitern ist, verdient ihrerseits auch keine Loyalität.
Fiete11
" Der Arbeitgeber gibt einen sachlichen Grund an für die Befristung."
So einen Sachgrund kann ich in der Frage nirgends finden. Nur die Behauptung eines AGs.

Dazu müsste man die Branche kennen.

Denn sonst könnte jeder AG einen solchen Sachgrund vorschieben.

Also besser einen Anwalt befragen. Der hat dann umfassende Kenntnise über den Einzelfall und kann kompetente Auskunft geben.
Lala15
Danke.

Ich hab Kopie nur von die erste Seite von die neuen Vertrag gemacht und hier steht:

"Die Befristung ist sachlich begründet. Der Sachgrund ist, dass der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend bis 14.01.2022 besteht."

Ich wollte nicht unterschreiben sonst hab ich nur Kopie gemacht und gesagt dass ich muss überlegen.
Fiete11
Ich habe Zweifel, ob das ein ausreichend begründeter Sachgrund ist.
Du musst selbst wissen, was Dir wichtig ist. Du könntest z.B. unterschreiben und danach rechtlichen Beistand suchen.
ing793
@Fiete:
Selbstverständlich ist das ein Sachgrund, und zwar ein zulässiger.
Natürlich KÖNNTE er vorgeschoben sein (das wäre auch meine Vermutung, deswegen mein Hinweis am Ende auf das illoyale Verhalten des AG). Aber das müsstest DU in einem Verfahren vor dem Arbeitsgericht beweisen. Und wenn Du das nicht schaffst, dann hast Du danach noch nicht einmal mehr einen befristeten Job.

Deswegen mein klarer Rat an die Fragestellerin: wenn Du keinen anderen Job in der Hinterhand hast, dann nimm den befristeten Vertrag.
Versuche dafür zu sorgen, dass Dir das nie wieder passiert, sprich, such Dir einen anderen Job - und sei es nur, um mit dieser Alternative zum eigenen Chef zu gehen und ihm die Pistole auf die Brust zu setzen für eine Entfristung.

Schätzungsweise ab der dritten Verlängerung mit der gleichen fadenscheinigen Begründung lohnt es sich möglicherweise, vor das Arbeitsgericht zu gehen.
Es mag vorher möglich sein, aber mir wäre das Risiko zu groß.
Servicemitarbeiter
Dass der betriebliche Bedarf an der Arbeitsleistung nur vorübergehend besteht, ist ein Sachgrund, der eine erneute Befristung recchtfertigt. Hier liegt jedoch die Beweislast beim Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss hier konkrete Gründe benennen, warum der Bedarf nur vorübergehend besteht. Diese Begründung am besten schriftlich geben lassen, so dass sie von einem Anwalt geprüft werden kann.
Fiete11
@ing793, bitte richtig lesen. Ich schrieb nirgends, es sei kein Sachgrund. Ich schrieb nirgends, es sei kein ausreichender Sachgrund.

Ich schrieb: "...ausreichend begründeter Sachgrund ..."

Wie auch "Servicemitarbeiter" bestätigte:

" Hier liegt jedoch die Beweislast beim Arbeitgeber. Der Arbeitgeber muss hier konkrete Gründe benennen, warum der Bedarf nur vorübergehend besteht."
Fiete11
"Und wenn Du das nicht schaffst, dann hast Du danach noch nicht einmal mehr einen befristeten Job."

Auch das ist falsch. Ein Gerichtsverfahren, egal wer gewinnt, hebelt keineswegs einen abgeschlossenen Vertrag aus. Der Job bleibt nach wie vor erhalten, und zwar mit der vereinbarten Befristung.
ing793
@Fiete: ich weiß nicht, in welcher Welt Du lebst. In meiner hat ein Mitarbeiter, der gegen seinen Betrieb klagt, sagen wir mal, keine große Zukunft.
Allerspätestens am Ende der Befristung ist Feierabend und ein Betrieb, der Grauzonen ausreizt, findet auch Wege, das ohne oder mit kleiner Abfindung vorzeitig zu beenden.
Letzteres gilt auf jeden Fall, wenn sie gewinnt. Anscheinend ist es ein Geschäftsmodell des AG, dass er zumindest einen Teil der Belegschaft in befristeten Verträgen hält. Wenn dem so wäre, könnte er es sich nicht leisten, diesen Mitarbeiter im Betrieb zu belassen.