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Noch Fragen?

Frage Nummer 3000049775 krauter

Elefanten werden ausgerottet

Kennt jemand die Anzahl noch wild lebender Elefanten? Habe gestern im TV gelesen, dass alle 15 Minuten einer getötet wird. Rein rechnerisch sind das 96 Tiere am Tag.
Antworten (9)
Cordelier
Die grössten Bestände freilebender Afrikanischer Elefanten gibt es in Botsuana (Botswana) und Simbabwe (Zimbabwe) - in diesen beiden südafrikanischen Ländern könnte es noch jeweils über 100.000 Tiere geben. Nennenswerte Bestände mit mehr als 10.000 Tieren gibt es wohl auch noch in Südafrika und Namibia.

Allerdings ein grosses Problem ist ausserdem die Wilderei. Nach seriösen Schätzungen werden weltweit jährlich mehrere 10.000 Elefanten gewildert - vorwiegend wegen des Elfenbeins.
Amos
Ich bin mit den entsprechenden Statistiken nicht vertraut. Wenn ich allerdings 96 mit 365 multipliziere, erhalte ich 35040/Jahr. Das erscheint mir sehr hoch.
Cordelier
Gerade in den Reservaten sind hunderte Wildhüter unterwegs welche die Herden beobachten. Getroffen werden eigentlich nur Einzelgänger, also die jungen geschlechtsreifen Bullen die von der Herde bzw dem "Chef" nach vorrausgegangenen Kämpfen ausgeschlossen werden.
Mars-Ultor
Eine kurze Abfrage bei Wikipedia hätte auch Auskunft gegeben:

"In Afrika ist nach unterschiedlichen Schätzungen noch von einem Gesamtbestand von 400.000 bis 650.000 Tieren auszugehen".

"Im Jahr 2009 wurde geschätzt, dass jährlich 38.000 Afrikanische Elefanten für den Elfenbeinhandel gewildert werden".[
Gerdd
Meine Zahlen sind ein paar Jahre alt. Danach gab es im Kruger National Park in Südafrika zu der Zeit gut 12000 Elefanten, obwohl der Park eigentlich nur 7000 unterstützen kann. Es wurde also überlegt, ob und wie man die Zahlen reduzieren könnte. Ein entsprechender Aufschrei ging durch die Welt.

Auf den Vorschlag, man könne ja ein paar Herden in die Heimatländer der Aufschreienden umsiedeln - Central Park in New York, Regents Park in London, Englischer Garten in München etc. - führte in aller Regel zu betretenem Schweigen.

Inzwischen hat man die Grenze nach Mozambik geöffnet, so daß die Tiere nun in ein wesentlich größeres Reservat abwandern könnten, was sie aber anscheinend nur zögerlich tun.

Es ist richtig, daß in anderen Ländern Afrikas derzeit Elefantenbestände durch Wilderei reduziert werden. Es besteht aber Hoffnung, daß da, wo noch ein Habitat für die Tiere besteht - also nicht gerade die Innenstädte von Nairobi, Lagos oder Kapstadt - sich die Bestände noch gut wieder erholen könnten, wenn man der Wilderei Einhalt gebietet.

Viel mehr Sorge machen uns die Nashornbestände. Da sind bestimmte Unterarten auf wenige Tiere reduziert worden und damit sehr akut vom Aussterben bedroht. Ursache dafür ist der Irrglaube, der den Hörnern der Tiere geradezu wundersame medizinische Wirkung zuschreibt. Also nochmal für alle: Die Inhaltsstoffe der Hörner sind von denen von menschlichen Fingernägeln nicht zu unterscheiden -Fingernägelkauen hat also mindestens dieselbe Wirkung (weswegen es ja auch so populär ist, oder?)

Umgekehrt versuchen wir ja schon seit längerem, die folgende Erkenntnis einem breiten Publikum zugänglich zu machen: Getrocknete und zu Pulver zerstampfte Schrumpelklöten von Wilderern heilen AIDS innerhalb kürzester Zeit ...

(Irgendwie gefällt mir das Wort jetzt auf einmal - vor ein paar Monaten kannte ich das noch garnicht.)
Panther
gerdd,

[Zitat] "Inzwischen hat man die Grenze nach Mozambik geöffnet, so daß die Tiere nun in ein wesentlich größeres Reservat abwandern könnten, was sie aber anscheinend nur zögerlich tun."

Die Grenze von Südafrika nach Mosambik geöffnet *oh je* in ein wesentlich größeres Reservat ... hm ... ist Mozambik aus deiner Sicht ein Reservat? Südafrika ist 50% größer als Mozambik.
Also egal, als was du Mozambik bezeichnest. Bezeichnest du Südafrika ebenfalls als ein Reservat?

Grenze öffnen, wie geht denn das? Schranke hoch ... und nun komm, komm, komm, Elefant?

Und die Grenzen nach Namibia, Botswana, Zimbabwe, Swaziland und Lesotho sind immer noch zu?

Alles van die beste.
Gerdd
@panther,

Also, ueber das wesentlich groessere Reservat kanns du hier mehr lesen: https://en.wikipedia.org/wiki/Great_Limpopo_Transfrontier_Park

Das mit der "Grenzoeffnung erklaert sich so: Im suedlichen Africa (SADC Region) gibt es - so wie vor Schengen in Europa (und jetzt bald auch wieder) - Grenzkontrollen und abseits der Strassen auch Zaeune. In den Transfrontier-Parks sind diese Zaeune weitgehend abgerissen. Dafuer muessen Menschen - aber nicht die Tiere - bei Ein- und Ausreise an den Parkgrenzen die Formalitaeten erledigen. Ueber die existierenden Parks hinaus sind in Mozambik und Zimbabwe auch weitere Gebiete vorgesehen, die in den Transfrontier-Park integriert werden sollen. Im Falle von Zimbabwe liess sich die Entwicklung wegen der wirtschaftlichen Situation zunaechst sehr langsam an (und ich habe mich noch nicht wieder schlau gemacht, ob die inzwischen in die Puschen gekommen sind - es ging hier um die Elefanten, nicht den Zim-Dollar und seinen Nachfolger, den US-Dollar ...)

Die Grenze zu Botswana ist uebrigens im Kgalagadi Transfrontier Park ebenfalls offen. Da gibt es aber nicht ganz so viele Elefanten; deshalb habe ich davon zunaechst nichts erzeahlt. https://en.wikipedia.org/wiki/Kgalagadi_Transfrontier_Park

Auch die gruene Grenze zwischen Namibia und Angola ist weitgehend offen, so dass die dortigen Elefanten sich frei zwischen dem Etosha National Park und den - fast - angrenzenden Gebieten in Angola bewegen koennen. Das hilft ganz allgemein dabei, dass sich eine wachsende Elefanten-Bevoelkerung, so es sie dann irgendwo noch gibt, ausbreiten kann und sich nicht selbst die Lebensgrundlage wegfrisst und zertrampelt.

Und - "Schranke hoch" - also nee, mit der Banane ueber den Schlagbaum gelockt - ganz so naiv geht's hier auch nicht zu. Da, wo am Rande des Kruger die Grenze verlaeuft, da gab es keine (offiziellen) Uebergaenge, nur Zaeune. Und die sind jetzt eben weg. Und locken tut da auch niemand. Die neuen Wege sollen die Tiere schon alleine finden. Womoeglich wollte man wohl hier und da auch mal eine Umsetz-Aktion starten, aber dann ueber meherer hunder Kilometer hinweg. Derzeit wuerde man sich aber eher auf die Nashoerner konzentrieren, um die wesentlich kleinere Population vor Wilderern zu retten.

Und, ja, im Vergleich zu Schengen sind die anderen Grenzen im suedlichen Afrika immer noch "zu." Da muss der Deutsche noch seinen Pass zeigen - fuer den Suedafrikaner reicht das ID Book (etwa: Personalausweis.) Und Paesse werden auch immer noch mit viel Liebe gestempelt - bei jeder Ein- und Ausreise. Und fuer etliche der Laender im suedlichen Afrika braucht der deutsche Passinhaber auch durchaus noch ein Visum - aber Elefanten eben nicht.

Zitat: "Alles van die beste." - Kannst du noch mehr Afrikaans?

Und, Spaetzchen, ich rede nicht von der Groesse der Laender, sondern von der der Reservate - der Kruger National Park ist etwa so gross wie Israel, der Greater Limpopo Transfrontier Park wird im derzeit vorgesehenen Endausbau etwa so gross sein wie Belgien. Die Groesse des Rests von Suedafrika und Zimbabwe (und Botswana, wenn wir dann schonmal dran sind) ist - abgesehen von den jeweils noch vorhandenen andere Parks - hier herzlich irrelevant.
Panther
Ich benötige keinen Pass für Südafrika.
Ich habe
Persoonskaart #965 058976
Blanke, Manlik

Goeie nag my pragtige.
Gerdd
@panther

auch wenn "Gute Nacht" noch lange hin ist ...

also, was immer du da hast, ein "green bar-coded ID Book" ist das nicht. Das wuerde heissen, du darfst hier nicht waehlen - oder ist das die niederlaendische "Persoonskaart?" - Oder gar ein alter Dompas?