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jhary

tierische Frage ...

Gabs eigentlich bei stern oder SPIEGEL online schon mal eine Fotostrecke mit Tieren, die von der Redaktion nicht mit "tierisch" angekündigt wurde? Lernt man das an der Journalistenfachschule? Oder liegt das Wort in der Metaphernschachtel ganz oben?
"Einfach botanisch" schreibt ja auch keiner, wenn er ein Rapsfeld oder eine Zwirbelkiefer fotografiert hat.
Kopfschüttelnd

Micha
Frage Nummer 7039

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Antworten (3)
Noxpolaris
Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund, warum in jedem Artikel über Fahrräder "Drahtesel" vorkommen muss. Noch besser: "Wirbel um umstrittene rechtspopulistische Drahtesel".
sininen
Der Journalismus schwächelt sprachlich schon seit einiger Zeit. Ich stelle fest, dass man heutzutage sogar in Blättern wie diesem Meldungen lesen kann wie: "Ein Baum ist beim Sturm in ein Haus GEKRACHT". Gekracht! Der Baum ist nicht auf ein Haus gefallen oder gestürzt und hat es beschädigt. Nein, er ist GEKRACHT. Würde mich nicht wundern, wenn es bald heisst: "Ein Baum ist auf ein Haus gekracht und hat es dolle puttemacht".Aber da man ja scheinbar heute auch "Menschen evakuieren" kann (normalerweise sollte das nur mit Häusern oder Städten gehen - oder es wäre kein schöner Anblick) und man bei einem Unfall nicht mehr einfach "ums Leben kommt" sondern obendrein auchnoch getötet wird (von wem eigentlich?), wundert es mich auch nicht, wenn man olle Leiern wie die mit den Tieren bringt...
Noxpolaris
Oder dass immer alles gleich "tragisch" ist. Besoffener Jugendlicher fährt sich und seine Kumpels an Alleebaum tot = "tragischer Unfall". Das ist nicht tragisch, sondern banal. Dass Tragik etwas mit unschuldigem Schuldigwerden zu tun hat, merkt keiner der Qualitätsjournalisten.