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Fristlose Kündigung nach Sexfilm: Sanitäter onaniert im Rettungswagen - und wird gefeuert

Ein Sanitäter filmte sich bei der Selbstbefriedigung im Krankenwagen und lud das Video auf eine Pornoseite hoch. Das kostete ihn den Job. Er behauptete zudem, Demenzkranke belästigt zu haben.

Der Rettungssanitäter arbeitete bei einer großen Wohlfahrtsorganisation

Der Rettungssanitäter arbeitete bei einer großen Wohlfahrtsorganisation

Es ist ein kurioser Fall, mit dem sich die dritte Kammer am Arbeitsgericht in Hagen auseinandersetzen musste: Ein Rettungssanitäter befriedigte sich während eines Einsatzes im Krankenwagen selbst, filmte sich dabei und stellte das Video ins Internet. Daraufhin verlor er seinen Job. Gegen seine fristlose Kündigung versuchte der Mann noch vorzugehen, allerdings erfolglos. Das Hagener Arbeitsgericht sah diese als gerechtfertigt an. Das berichtet "Der Westen". Das Gericht urteilte, es ginge um schwere Verstöße gegen arbeitsvertragliche Nebenpflichten. Besonders bizarr: Der Mann hatte obendrein behauptet, sich an Demenzkranken vergangen zu haben.

Sanitäter gab Vorfall im Krankenwagen zu

Rückblende: Nach Angaben des "Westens" arbeitete der Mann seit 2008 als Rettungssanitäter bei einer großen Wohlfahrtsorganisation. Nachdem am 21. August 2013 überraschend Polizisten auftauchten, um den Spind des Krankenwagenfahrers zu durchsuchen, schaltete die Organisation einen Anwalt ein - und brachte Licht ins Dunkel. Was herauskam, war unglaublich: Der Sanitäter habe am 14. März 2013 in einer E-Mail, die er über eine Pornoseite verschickte, behauptet, "mit älteren Damen im Krankenwagen Spaß gehabt" zu haben. Es handelte sich um demenzkranke Patientinnen. Die Mail wurde dem Landeskriminalamt Berlin zugespielt, das die Ermittlungen aufnahm. Die Beamten fanden ein Video auf einer Pornoseite: Es zeige den Sanitäter onanierend im Rettungswagen. Laut "Westen" gab der Sanitäter zwar zu, das Video während eines Einsatzes aufgenommen zu haben, allerdings bestritt er, demenzkranke Patientinnen belästigt zu haben. Dabei habe es sich lediglich um sexuelle Fantasien gehandelt. Gegen seine fristlose Kündigung reichte er Klage ein.

Gericht bestätigt Kündigung

Doch die dritte Kammer des Arbeitsgerichts bestätigte die Entlassung. Das Verhalten des Sanitäters wertete die Kammer als "hohe Gefahr einer Rufschädigung für den Arbeitgeber" für die christliche Organisation, die auf die Vergabe von Aufträgen durch die Kommunen angewiesen sei. Eine Rettungsorganisation habe besondere Schutzpflichten gegenüber ihren Patienten. Sie müsse deshalb darauf vertrauen können, dass von ihren Beschäftigten keine Gefahr für die zu transportierenden Personen ausgehe

fme