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Germanwings-Absturz: Copilot recherchierte im Web über Suizid-Methoden und Cockpit-Türen

Der Copilot des abgestürzten Germanwings-Fluges 4U 9525, Andreas Lubitz, hat im Internet über Suizid-Möglichkeiten recherchiert. Der Browserverlauf seines Tablets verriet noch mehr.

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, Andreas Lubitz, war begeisterter Hobby-Läufer

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, Andreas Lubitz, war begeisterter Hobby-Läufer

Der Copilot der abgestürzten Germanwings-Maschine, Andreas Lubitz, hat sich in der Woche vor dem Absturz im Internet über Suizid-Methoden informiert. Das ergab die Auswertung seines Tablet-Computers, wie die Staatsanwaltschaft Düsseldorf mitteilte. Alles deute darauf hin, dass der 27-jährige Copilot sein Tablet in den Tagen vor dem Absturz nutzte.

Da der Browserverlauf nicht gelöscht worden war, konnten die Ermittler rekonstruieren, wonach Lubitz zwischen dem 16. und 23. März gesucht hat. "Danach hat sich der Nutzer zum Einen mit medizinischen Behandlungsmethoden befasst, zum Anderen über Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung informiert. An mindestens einem Tag hat sich der Betreffende darüber hinaus über mehrere Minuten mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheitsvorkehrungen auseinandergesetzt," heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf. Nur einen Tag nach diesem Zeitraum, am 24. März, stürzte die Maschine ab.

Welche Begriffe genau der 27-Jährige in Suchmaschinen eingegeben hatte, sagte die Behörde nicht. Zunächst müssten alle Beweismittel ausgewertet werden. "Aufgrund des Umfanges der Dokumente und der Vielzahl der Dateien sind weitere Ermittlungsergebnisse in den nächsten Tagen nicht zu erwarten", betonte der Sprecher.

Bei jeder normalen Bewegung im Web - dazu gehören auch beliebige Internet-Suchen - werden im Browser-Verlauf die abgerufenen Seiten abgespeichert. Wenn man sich bei Google einloggt, können Such-Aktivitäten unter der Web-Adresse history.google.com auch noch Monate später rekonstruiert werden.

Anwender können diesen Suchverlauf löschen oder sich in einem "Privat-Modus" bewegen, bei dem die Seiten gar nicht erst aufgezeichnet werden. Bei bei Google Chrome heißt das "Inkognito-Fenster", beim Browser Firefox "Privates Fenster".

Allerdings haben die Betreiber der Webseiten auf beim "Privat Surfen" weiterhin die Möglichkeit, den Websurfer mit Hilfe von kleinen Dateien ("Cookies") und anderen Methoden zweifelsfrei zu identifizieren.

Tablet bei Durchsuchung gefunden

Auf Lubitz' Tablet waren die Ermittler gestoßen, als sie seine Wohnung durchsuchten. Der Copilot wird verdächtigt, seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine mit Absicht in die Katastrophe gesteuert zu haben.

Der Airbus war auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf an einer Felswand in den französischen Alpen zerschellt. Unter den 150 Toten des Unglücks waren nach Angaben des Auswärtigen Amtes 72 Deutsche.

tkr mit DPA