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Facebook-Video: Rassismusvorwurf gegen Berliner Polizei und Fast-Food-Kette – Beamte widersprechen

Eine Gruppe dunkelhäutiger Briten ist in Berlin von der Polizei aus einem Fast-Food-Restaurant geworfen worden. Auf Facebook beklagen die Betroffenen Rassismus, die Polizei hält dagegen.

Screenshot Facebook-Video

Screenshot aus dem Facebook-Video, das den Rausschmiss dunkelhäutiger Briten aus einem Kentucky-Fried-Chicken-Lokal in Berlin zeigt

Mit einem Facebook-Video hatte die Gruppe schwarzer Menschen aus Großbritannien dokumentiert, wie sie durch die aus dem Fast-Food-Restaurant "Kentucky Fried Chicken" (KFC) am Berliner Alexanderplatz geworfen wird. Die Beamten bitten die acht Restaurantbesucher zu gehen – ein Mitarbeiter habe die Polizei alarmiert, weil die Personen in dem Lokal mit Essen geworfen und das Personal beleidigt haben sollen. Der Vorfall fand am Pfingstmontag statt.

Wie auf dem Video zu sehen ist, weigern sich die Briten zunächst zu gehen und fragen, was sie getan haben sollen. Die Beamten antworten, dass sie dies zwar auch nicht genau wüssten, jedoch von seinem Hausrecht Gebrauch mache und sie dieses durchzusetzen hätten. Draußen werden zudem die Pässe der Touristen kontrolliert. "Der Kerl hat behauptet, dass wir mit Essen werfen, dabei haben wir nur gegessen", sagt eine Frau in dem Video.

Rassismus bei der Polizei?

Eine der Betroffenen postete die Aufnahme auf , mit den Hashtags #rascismstillexists ("Rassismus existiert immer noch") und #neverexperiencethatbefore ("So etwas habe ich noch nie erlebt"). Mehr als 4.100 Mal wurde das Video bisher in dem Netzwerk geteilt, mehr als 300.000 Mal wurde es angeschaut. Die Polizei weist allerdings darauf hin, dass die weitere Verbreitung des Posts strafbar ist, da in dem Video die Persönlichkeitsrechte der Beamten im Einsatz verletzt würden.

In den sozialen Netzwerken hat das Video aus dem Berliner schnell zu einer Rassismusdiskussion geführt, bei der sowohl die Fast-Food-Kette als auch die Berliner Polizei im Fokus standen. "Seid ihr wirklich überrascht, dass die Deutschen und deren Polizei Rassisten sind?", kommentierte ein User. "Lachen und Reden ist ein Verbrechen, wenn man schwarz ist", beklagte ein anderer. Manche raten den britischen Touristen dazu, KFC zu verklagen.

Gegendarstellung der Berliner Beamten

Die Berliner Polizei hat sich ihrerseits zu dem Vorfall geäußert und widerspricht der Darstellung der Gruppe aus Großbritannien. Ein KFC-Mitarbeiter habe die Briten gebeten, das Lokal zu verlassen, nachdem diese randaliert und "das Personal vollgepöbelt habe". Anschließend habe er die Polizei zum Platz des Geschehens gerufen. Diese Szenen aber zeige das Handy-Video nicht. Was sich letztlich wirklich in dem Restaurant abgespielt hat, kann somit nicht geklärt werden.

Seit einigen Tagen erreichen uns über verschiedene Kanäle Nachfragen zu einem Handy-Video, das einen Polizeieinsatz bei...

Gepostet von Polizei Berlin am Donnerstag, 24. Mai 2018

"Vor dem Lokal wurden die Personalien der Personen überprüft, um ggf. Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs schreiben zu können", erklärt die Pressestelle der Polizei . Kentucky Fried Chicken habe aber auf eine solche Anzeige verzichtet. "Im Übrigen weisen unsere Kollegen und wir den Vorwurf des Rassismus entschieden zurück", stellen die Polizisten klar.

epp