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Malaysia: Touristen nach Nacktfotos auf heiligem Berg in U-Haft

Es sollte ein Spaß sein, doch Anwohner sahen eine Geister-Ruhestätte entehrt: Da vier Touristen auf dem Kinabalu in Malaysia nackt posierten, wurden sie festgenommen. Ihnen droht eine Haftstrafe.

Der Berg Kinabalu in Malaysia gilt unter Ureinwohnern als heilig und als Ruhestätte von Geistern

Der Berg Kinabalu in Malaysia gilt unter Ureinwohnern als heilig und als Ruhestätte von Geistern

In Malaysia sind vier westliche Touristen festgenommen worden, die auf dem bei Ureinwohnern als heilig geltenden Berg Kinabalu nackt posiert haben sollen. "Wir haben vier von ihnen am Dienstag in Gewahrsam genommen und suchen noch nach den anderen sechs", sagte der Polizeivertreter im Bundesstaat Sabah, Jalaluddin Abdul Rahman. Die Festgenommenen könnten wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses belangt werden, hieß es. Ihnen drohen laut Polizei bis zu drei Monate Haft, eine Geldstrafe oder beides.

Die zehn Touristen hatten die Ende Mai entstandenen Nackt-Fotos ins Internet gestellt. Die Tageszeitung "The Star" hatte bereits am Montag von der Festnahme eines Europäers im Zusammenhang mit den Vorwürfen berichtet. Er soll zudem auf den Berggipfel uriniert haben.

Bei den insgesamt vier Festgenommenen handelt es sich nach Behördenangaben um zwei Kanadier, einen Briten und einen Niederländer.

Die Volksgruppe der Kadazan Dusun verehrt den Berg Kinabalu, den sie als Ruhestätte der Geister betrachtet. Viele Anwohner sowie einige Beamte im Bundesstaat Sabah sehen einen Zusammenhang zwischen dem Verhalten der Wanderer und einem schweren Erdbeben am Freitag, bei dem insgesamt 18 Menschen auf dem Berg getötet worden waren.

mod/AFP / AFP