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Legendärer Fotograf Er hatte Martin Luther King, David Bowie und Muhammad Ali vor der Kamera: Steve Schapiro ist tot

Steve Schapiro ist im Alter von 87 Jahren verstorben
Bei einer Pressekonferenz sprach der US-Fotograf Steve Schapiro sogar auf einer Ausstellung in Rostock.
© Bernd Wüstneck / DPA
Bekannt wurde Steve Schapiro durch seine Bilder von der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Später porträtierte er Hollywoodstars. Nun ist der Fotograf gestorben.

Der preisgekrönte US-Fotograf Steve Schapiro ist tot. Schapiro starb am Samstag im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Chicago an Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie seine Sprecherin Heidi Schaeffer am Dienstag mitteilte. Der in New York aufgewachsene Schapiro fotografierte den berühmten Bürgerrechtsmarsch auf Washington 1963 oder den Präsidentschaftswahlkampf von Robert F. Kennedy 1968. Auf dem Set des Filmklassikers "Der Pate" hielt Schapiro die Dreharbeiten fest, für David Bowie oder Barbra Streisand schoss er Albumcover.

Seine Fotografen-Karriere begann der 1934 geborene Schapiro als freiberuflicher Fotograf in den 1960er Jahren. Seine Bilder erschienen unter anderem in US-Magazinen wie "Time", "Rolling Stone" und "Life". In Fotoessays widmete er sich gesellschaftlichen Themen, darunter der Drogensucht und Wanderarbeit. Auf seiner eigenen Webseite bezeichnete sich der Fotograf als "Aktivist wie auch Dokumentarist". Auch politische Momente hielt Schapiro fotografisch fest – etwa den Wahlkampf von Robert Kennedy oder den Marsch auf Washington, bei dem Martin Luther King 1963 seine denkwürdige Rede "I have a Dream" hielt.

Steve Schapiros Faszination für soziale Bewegungen

In den 1970er Jahren widmete sich Schapiro vermehrt den Filmsets in Hollywood. International bekannt wurde er unter anderem durch seine Fotografien von Filmproduktionen wie "Der Mann, der vom Himmel fiel", "Billy Madison" und Chinatown".  2017 wurde Schapiro mit dem "Lucie Award for Achievment in Photojournalism" ausgezeichnet.

Obwohl sich sein Interesse auch Filmstars galt, erstab seine Faszination für Bürgerrechtsbewegungen nicht. Im Alter von 85 Jahren hielt er die Proteste von "Black Lives Matter" bildlich fest. "Die Vorstellung, dass in 30, 40 oder 50 Städten in Amerika tausende Menschen auf die Straße gehen. Das ist eine großartige Sache in unserer Zeit", kommentierte er. "Es bleibt die Frage in Verbindung mit großer Hoffnung ob es weitergehen wird und ob das hier wirklich etwas verändern wird. Denn dieses Land braucht jetzt dringend eine Veränderung."

cl DPA

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