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Video "Nebenan" von und mit Daniel Brühl - Schauspieler zeigt Regiedebüt

Daniel Brühl hat er auf der Berlinale seine erste Regiearbeit vorgestellt. Für den Film "Nebenan" hat er nicht nur hinter, sondern auch vor der Kamera gestanden, zusammen mit Peter Kurth und anderen. Brühl verkörpert einen erfolgreichen deutschen Schauspieler auf dem Sprung nach Hollywood namens Daniel. Vor einem Casting, das ihn nach London führen soll, kehrt er in einer Kneipe ein, wo der ihm unbekannte Bruno nur darauf gewartet hat, ihm die Meinung zu sagen. Eine Abrechnung um Gewinner und Verlierer der Wiedervereinigung, Gentrifizierung und Co. nimmt ihren Lauf. "Den Typen, den ich da sehe ich Film, den finde ich wirklich einen eitlen Deppen und es hat Spaß gemacht, den zu spielen. Insofern, es ist wirklich eine Figur, die ich da spiele, die wirklich ganz viel mit mir zu tun hat, aber ich habe immer eine deutliche Distanz gespürt und ich hoffe, dass die Zuschauer das auch so sehen. Wenn sie denken: Das ist doch, wie der Daniel so ist, dann ist das auch ok." Die Rolle Daniel muss in "Nebenan" beißende Kritik einstecken. Was würde den Schauspieler selbst ärgern, in der Begegnung mit Fans oder eben Nicht-Fans? "Man gewöhnt sich so dran. Einige Sätze sind wirklich so gefallen, also die wurden mir wirklich an den Kopf geworfen. Die haben mich dann in dem Moment irritiert und vor allem als ich noch jünger war haben die mich getroffen oder verunsichert. Jetzt mache ich das schon so lang. Heute habe ich auch noch Geburtstag, bin ich 43 und keine 20 mehr. Heute bringt mich so schnell nichts mehr ins Wanken, ich habe schon so viel bescheuertes Zeug gehört. Damit muss man als Schauspieler leben, man wird ständig beurteilt, viele finden einen scheiße. Das ist in Ordnung. Zum Glück ist es ja so, dass - in den allermeisten Fällen - wenn die Leute auf einen zukommen, sie etwas nettes sagen." Wie sich im Film herausstellt, ist Bruno Daniels Nachbar und lässt durchblicken, dass er in seine Wohnung sehen kann. Das Gespräch nimmt bedrohlicher Züge an. Und für Daniel wird das Leben nach dieser Begegnung ein anderes sein. "Was die eigene Arbeit, auch als Schauspieler angeht, habe ich danach immer vor allen Dingen Kameramann und Regieassistenz gefragt: Wie war ich denn? Also, ich wollte mich nicht selber beurteilen. Na ja, und dann war es auch an und ab komisch, wenn die gesagt haben: Nee, es war noch nicht gut. Das müssen wir noch mal machen. Da wusste ich aber immer, dass da was dran ist, dass die recht haben. Und das ist auf einen sehr respektvolle Art passiert. Immer auf Augenhöhe, ohne irgendwelche Ego-Befindlichkeiten. Oder Profilneurosen. Ich habe mich da wohl gefühlt als Regisseur. Ich hatte da keine Angst, etwas darstellen zu müssen. Es war eine gute Arbeit." Eine gute Arbeit also. Wer sich davon überzeugen möchte, kann "Nebenan", englischer Titel "Next Door", Drehbuch von Daniel Kehlmann, ab dem 15. Juli im Kino sehen.
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Die schwarze Komödie um einen aufstrebenden Schauspieler namens Daniel, der in einer Kneipe von einem ihm Unbekannten in die Zange genommen wird, lief auf der Berlinale und ist ab dem 15. Juli im Kino zu sehen. Brühl stand dabei hinter und vor der Kamera.

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