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Video Bis August keine Lokführer-Streiks

Pendler und Bahnreisende können vorerst aufatmen: Die Lokführergewerkschaft GDL plant nach den gescheiterten Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn bis Anfang August zunächst keine Streiks. Sie setzt dem Staatskonzern aber ein Ultimatum. Als erste Arbeitskampfmaßnahme werde man eine Urabstimmung einleiten, die am 9. August abgeschlossen sein soll, sagte GDL-Chef Claus Weselsky in Berlin. Ohne ein verbessertes Angebot werde die GDL nicht in Verhandlungen einsteigen. "Die völlige Fehleinschätzung des Managements der DB ist, sie meinen, die Streikbereitschaft wäre nicht hoch. Ich kann Ihnen das mit einem Bild verdeutlichen: Der Raum ist gefüllt mit einem explosiven Gas-Luft-Gemisch. Wir brauchen nur vorbeigehen und ein Streichholz reinhalten. Die Eisenbahnerinnen und Eisenbahner haben die Nase gestrichen voll. Und hier spreche ich nicht von Lokführern, hier spreche ich von Fahrdienstleitern, die bei uns eintreten, die sich aktiv beteiligen. Die warten auf den Zeitpunkt, wo der Arbeitskampf losgeht." Die Bahn bezeichnete die angedrohten Streiks der Lokführer als unverantwortlich. Angesichts der Bahn-Angebote sei ein Arbeitskampf völlig unnötig, sagte Bahn-Personalvorstand Martin Seiler: "Es geht jetzt darum, dass die GDL sich besinnt und diese Geisterfahrt beendet und endlich an den Verhandlungstisch zurückkommt. Dort sind Lösungen möglich, und sie sind zum Greifen nahe." Beide Seiten haben sich zuletzt gegenseitig für ein Scheitern der Tarifverhandlungen nach der vierten Runde Anfang Juni verantwortlich gemacht. Die GDL reduzierte jüngst ihre Forderungen und verlangt nun Lohnerhöhungen wie im öffentlichen Dienst von rund 3,2 Prozent. Dies soll in zwei Schritten geschehen - plus 1,4 Prozent in diesem und plus 1,8 Prozent im nächsten Jahr. Zudem sollen die Beschäftigten eine Corona-Prämie von 600 Euro erhalten.
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Als erste Arbeitskampfmaßnahme werde man eine Urabstimmung einleiten, die am 9. August abgeschlossen sein soll, sagte GDL-Chef Claus Weselsky in Berlin.

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