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Video Deutschland zwischen Delta-Sorgen und sinkender Inzidenz

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt vor einer sehr schnellen Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus in Deutschland. Das Tückische bei dieser Variante sei, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen hätten und damit andere anstecken könnten, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben, sagte Montgomery der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Die Länder sollten deswegen jetzt prüfen, ob die angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. Solange noch nicht genügend Menschen geimpft seien, müssten vor allem die Ansteckungsrisiken im Alltag reduziert werden. Kanzleramtschef Helge Braun hatte zudem deutschen Fußballfans von Reisen nach London abgeraten. Seine große Sorge sei die sich ausbreitende Delta-Variante in Großbritannien - und London ist sei ein Austragungsort, so Braun. Man sollte nicht in Virusvariantengebiete reisen, sagt er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. In London finden die Halbfinals und das Finale der EM statt. Auch wenn sich die wenigsten über die weitreichenden Lockerungen beschwert hatten, die passend zum Anfang des guten Wetters in den vergangenen Wochen nach und nach geltend gemacht wurden, traten sie für den ein oder anderen dann doch zu rasch ein. Viele fragen sich, ob man nicht etwa die Testpflicht für Gastronomie-Besuche hätte beibehalten sollen. Vielerorts, wie zum Beispiel in Berlin, entsteht zudem eine Debatte über demnächst zugelassene Tanzveranstaltungen im Freien, die für viele ebenfalls zu früh kommen. Gleichzeitig sinkt die Inzidenz aber bundesweit. Am Freitag meldete das Robert-Koch-Institut eine Sieben-Tage-Inzidenz von gerade einmal 10,3. Weltweit steigen die Inzidenzen und Todeszahlen aber rasant an. Nach den jüngsten Daten zur Delta-Variante in Deutschland, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwoch veröffentlicht hatte, lag der Anteil dieser Mutante an allen genauer untersuchten Corona-Infektionen in der 22. Kalenderwoche (ab 31. Mai) bei 6,2 Prozent. In der vorherigen Woche waren es lediglich 3,7 Prozent gewesen. Montgomery pochte daruaf, im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen unbedingt weiterhin FFP2-Masken vorauszusetzen. SPD-Gesundheitsexperte und Virologe Karl Lauterbach sagte am Donnerstagabend in den ARD-"Tagesthemen", dass er davon ausgehe, dass die Herdenimmunität in Deutschland Mitte September erreicht werde. Er verwies auf die stabilen Lieferungen anderer Hersteller und die niedrigen Reproduktionswerte für das Virus im Sommer.
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Auch in Deutschland mehren sich Ausbrüche und Warnungen vor der gefährlichen Delta-Variante. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut RKI auf 10,3.

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