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Lange Schlangen am Donnerstagmorgen in Hongkong. Die Leute wollen Solidarität zeigen und auch ein Stück Geschichte ergattern. Denn nach 26 Jahren wird die pro-demokratische Zeitung Apple Daily eingestellt. Sie war wegen angeblicher Verstöße gegen das sogenannte Hongkonger Sicherheitsgesetz ins Visier der Behörden geraten. In Erwartung der Nachfrage druckte Apple Daily 1 Million Exemplare, mehr als das Zehnfache seiner üblichen Auflage. Anwohner beklagen den schweren Schlag gegen die Medienfreiheit: "Es ist das Ende einer Ära, deshalb bin ich hier und kaufe ein Exemplar. Ich verstehe nicht, warum diese Zeitung nicht toleriert werden konnte." "Obwohl ich nicht immer einverstanden war, mit dem, was in der Zeitung stand, sollte eine Gesellschaft eine Vielfalt von Stimmen haben. Wir können sie nicht einfach eliminieren." Hunderte Unterstützer versammelten sich am Mittwochabend vor den Büros der Redaktion und schwenkten Smartphone-Lichter. Auf der letzten Titelseite von Apple Daily war daher auch ein Foto von ihnen und einem zurückwinkenden Mitarbeiter zu sehen. Bereits im August war Zeitungsgründer Jimmy Lai festgenommen worden. Der 73-Jährige sitzt eine Haftstrafe von 20 Monaten ab - wegen Anstiftung zu nicht autorisierten Protesten. Zudem wird gegen ihn wegen angeblicher Verstöße gegen das sogenannte Sicherheitsgesetz ermittelt. Die "Apple Daily" galt als lautstarker Verteidiger von Bürgerrechten in Hongkong, das bei der Übergabe von Großbritannien an China größere Freiheiten zugestanden bekam, als die übrigen Teile der Volksrepublik.
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Die pro-demokratische Zeitung Apple Daily gibt unter dem Druck des Hongkonger Sicherheitsgesetzes auf.

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