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Video Rückkehr der Zikaden?

Und dann kamen sie doch noch. In den USA bohrten sich in den vergangenen Monaten Milliarden von Zikaden an die Erdoberfläche. In 15 Bundesstaaten, von Georgia bis Washington D.C. und von Indiana bis Illinois, fanden Wissenschaftler Exemplare der sogenannten Brut X, einer bestimmten Zikaden-Population. Im Staat New York aber blieben sie zunächst aus. Die Forscher sorgten sich, dass die Population etwa auf Long Island ausgestorben sein könnte, möglicherweise durch Vogelfrass. Doch nun sind tatsächlich Exemplare aufgetaucht. Allerdings sind es weniger als anderswo. "Wir wissen nicht genau, woran das liegt", sagt Kardiologe und Zikadenexperte Elias Bonaros. "Hier wird viel gebaut, viel Beton gegossen. Das tötet die Nymphen, die Tiere in Jugendstadien. Bäume werden zurückgeschnitten, was ihnen den Lebensraum raubt. Spatzen und Stare stellen eine Gefahr dar." Auch der Einsatz von Pestiziden auf den Feldern können ein Grund für die vergleichsweise kleine Population sein. Alle 17 Jahre bohren sich Zikaden der Brut X durch das Erdreich an die Oberfläche. Auch andere Zikadenpopulationen folgen diesem Zyklus. Die Tiere treten oft in großer Zahl auf und sorgen mitunter für ohrenbetäubenden Lärm. "Wir hören lange Rufe. Ich hab sie gestoppt, 20 Sekunden. Hoffentlich finden sie Artgenossen, mit denen sie sich reproduzieren können. In 17 Jahren werde ich wieder hier sein und nach den Zikaden Ausschau halten. Dann werde ich älter als 60 sein." Wer Zikaden beobachten und belauschen will, braucht also Geduld. Das nächste Mal sollen die Zikaden der Brut X im Jahr 2038 aus der Erde kriechen. Sofern denn in diesem Jahr genug übrig bleiben, um den Fortbestand der Population zu sichern.
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Doch im US-Bundesstaat New York bohrten sich in diesem Jahr nur wenige Exemplare der Population Brut X an die Erdoberfläche.

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