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Video Tunesiens Präsident ruft nach Machtübernahme Ausgangssperre aus

Die Lage in Tunesien bleibt angespannt. Nachdem es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Präsident Said gekommen war, verhängte Said eine nächtliche Ausgangssperre bis zum 27. August. Sie gilt von 19.00 bis 6.00 Uhr morgens. Außer bei dringenden medizinischen Notfällen und für Nachtarbeiter. Zudem dürfen sich nicht mehr als drei Menschen in der Öffentlichkeit treffen. Diese Regeln wie auch ein Reiseverbot zwischen Städten basieren zum Teil auf Maßnahmen gegen die Virus-Pandemie. Sie wurden bislang jedoch nicht streng umgesetzt. Saied hatte am Sonntag überraschend Ministerpräsident Mechichi entmachtet. Dem Schritt waren mehrtägige Proteste gegen die Regierung vorangegangen. Die wichtigsten Parteien des Landes sprachen von einem Putsch. Saied berief sich dagegen auf die Verfassung, die eine Entlassung des Regierungschefs und eine Aussetzung der Legislative für 30 Tage ermögliche. International wurde Saieds Vorgehen mit Besorgnis aufgenommen. Die USA erklärten, es sei noch unklar, ob es sich um einen Putsch handle. Die EU rief alle politischen Akteure zum Gewaltverzicht und Respekt vor der Verfassung auf. Tunesien ist das einzige Land, das als Demokratie aus dem Arabischen Frühling hervorgegangen ist. In der Bevölkerung herrscht jedoch Unzufriedenheit, weil die Schere zwischen Arm und Reich auseinanderklafft. Das nordafrikanische Land leidet unter einer Wirtschaftskrise und wurde schwer von der Corona-Pandemie getroffen.
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Vor dem durch Soldaten abgeriegelten Parlamentsgebäude bewarfen sich Hunderte Gegner und Befürworter des Präsidenten mit Steinen.

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