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Bauwerk aus 19. Jahrhundert "Die Menschen fielen übereinander": Hängebrücke in Indien eingestürzt – mindestens 60 Tote

Rettungshelfer auf Booten suchen im Fluss Machchu neben einer eingestürzten Brücke nach Opfern
Rettungshelfer auf Booten suchen im Fluss Machchu neben einer eingestürzten Brücke nach Opfern
© Rajesh Ambaliya / DPA
In Indien ist eine kürzlich wiedereröffnete Hängebrücke eingestürzt, auf der sich Hunderte Fußgänger befanden. Viele stürzten in den Fluss, mindestens 60 Menschen kamen dabei ums Leben. 

Bei dem Einsturz einer Hängebrücke im Westen Indiens sind nach offiziellen Angaben mindestens 60 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 80 andere Menschen seien nach dem Unglück am Sonntag in der Stadt Morbi im Bundesstaat Gujarat lebend geborgen worden, teilte der Minister Brijesh Merja von der Regionalregierung der Nachrichtenagentur AFP mit. In Medienberichten war von 90 Toten die Rede.

Nach Angaben von Lokalmedien suchten die Bergungsmannschaften in der Nacht zum Montag weiter nach mehr als hundert Vermissten. Die aus der britischen Kolonialzeit stammende, 233 Meter lange Hängebrücke über den Fluss Machchhu war nach monatelangen Reparaturarbeiten erst am Mittwoch wieder geöffnet worden. Der Sender NDTV berichtete, die Brücke habe kein Sicherheitszertifikat gehabt.

Hängebrücke in Indien aus dem 19. Jahrhundert

Nach Behördenangaben gaben Tragkabel der Brücke nach, als dort am Sonntag eine Menschenmenge Rituale im Rahmen einer religiösen Feier vollzog. Zum Zeitpunkt des Unglücks hätten sich rund 500 Menschen auf oder nahe der Brücke befunden, darunter auch Kinder, hieß es. 

Videos örtlicher Medien, die zunächst von AFP nicht verifiziert werden konnten, zeigten Menschen, die sich verzweifelt an den Überresten der Brücke festhielten oder versuchten, an Land zu schwimmen. "Die Menschen fielen übereinander, nachdem die Brücke einstürzte", sagte ein Augenzeuge lokalen Medien. Die Leute seien wegen Ritualen für das Diwali-Fest auf die Brücke geströmt. "Viele Kinder und Frauen waren unter den Opfern", fügte der Zeuge hinzu.

Premier: Betroffenen sollten "jede mögliche Hilfe" erhalten

Der indische Regierungschef Narendra Modi, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf einer Reise durch seinen Heimatstaat Gujarat befand, habe sich um "die akute Mobilisierung von Rettungsmannschaften bemüht", schrieb sein Büro im Onlinedienst Twitter. Demnach kündigte Modi Entschädigungen für die Hinterbliebenen der Todesopfer sowie für die Verletzten an. Die Betroffenen sollten "jede mögliche Hilfe" erhalten, hieß es. 

Unglücke aufgrund alter und schlecht gewarteter Infrastruktur sind häufig in Indien. Beim Einsturz einer Hochstraße kamen 2016 in Kalkutta 26 Menschen ums Leben. 2011 starben mindestens 32 Menschen im Nordosten des Landes, als ein Feiertagsgedränge eine Brücke zum Einsturz brachte. 

Hinweis: Der Artikel wird laufend aktualisiert.

bak DPA

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