Schimpansen-DNA Der kleine, aber feine Unterschied


Obwohl sich das Erbgut des Schimpansen nur zu 1,5 Prozent vom menschlichen unterscheidet, liegen die Abweichungen an kritischen Stellen, den Genen.

Der genetische Unterschied zwischen Mensch und Schimpanse ist größer als bislang vermutet. Der erste ausführliche Vergleich von Chromosomen der beiden Primatenarten ergab, dass sich die weitaus meisten der verglichenen Gene voneinander unterscheiden.

Große Unterschiede in Gen-codierenden DNA-Abschnitten

Bisher war bekannt, dass bei Menschen und Schimpansen etwa 98,5 Prozent der Basenpaare, aus denen die DNA besteht, miteinander identisch sind. Daher gingen Forscher davon aus, dass die restlichen 1,5 Prozent für die Unterschiede zwischen Mensch und Schimpanse verantwortlich sind. Dies untersuchte nun eine Forschergruppe vom Riken Genomforschungszentrum in Yokohama. Sie verglichen die DNA-Sequenz des Schimpansenchromosoms 22 mit derjenigen des entsprechenden menschlichen Chromosoms 21.

Die Untersuchung bestätigte zwar, dass sich lediglich 1,44 Prozent der Basenpaare voneinander unterschieden. Aber in denjenigen DNA-Regionen, die für die Codierung von Proteinen zuständig sind, fanden die Forscher überraschenderweise große Unterschiede: In 83 Prozent der 231 verglichenen Gene waren die Unterschiede so groß, dass sie die Aminosäuren-Folge des jeweiligen Proteins verändern. Zudem gab es in den beiden verglichenen Chromosomen fast 68.000 entweder fehlende oder überschüssige Sequenzen, was etwa fünf Prozent des Chromosoms entspricht.

"Wir wussten schon, dass wir auf DNA-Ebene den Schimpansen ähnlich sind", sagte Untersuchungsleiter Todd Taylor der Zeitschrift Nature". "Aber wir haben einen viel höheren Prozentsatz von Unterschieden gesehen, als man vermutete." Nun wollen Taylor und seine Mitarbeiter entschlüsseln, welche der veränderten Proteine für besonders wichtige Funktionen zuständig sind.

AP


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