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US-Studie Ego-Shooter verbessern allgemeine Reaktionsfähigkeit


Die Meinung, dass Ego-Shooter die Gewaltbereitschaft erhöhen, ist weit verbreitet. Forscher berichten jetzt, dass solche Spiele auch positive Effekte haben: Geübte Spieler können auch in Alltagssituationen schneller reagieren.

Obwohl Ego-Shooter einen schlechten Ruf haben, bescheinigen ihnen Wissenschaftler auch positive Effekte. Ein Forscherteam um Daphne Bavelier von der Universität Rochester im US-Bundesstaat New York hat herausgefunden, dass sich durch Videospiele das allgemeine Reaktionsvermögen verbessert. Das könnte auch in verschiedenen Alltagssituationen helfen, wie etwa beim Autofahren oder beim schnellen Lesen von Kleingedrucktem.

Die Wissenschaftler haben die Fähigkeiten von Menschen, die Ego-Shooter spielen, mit denen von Nicht-Spielern verglichen, wie sie im Fachmagazin "Current Biology" berichten. In einem Experiment sollten die Probanden auf einem Monitor Punkte verfolgen, und so schnell und genau wie möglich zeigen, wohin diese sich bewegen. Ein ähnliches Experiment wurde auch mit Geräuschen durchgeführt, die die Teilnehmer durch einen Kopfhörer wahrgenommen haben. Sie sollten entscheiden ob die Geräusche von links oder rechts kamen. In beiden Experimenten reagierten die Spieler schneller.

Unvorhersehbare Ereignisse verbessern die Reaktion

Menschen fällt es allgemein schwer, bestimmtes Wissen auf ein anderes Aufgabengebiet zu übertragen. "Deshalb fällt bei einem Test, der nur ein wenig von dem behandelten Stoff abweicht, die Hälfte der Schüler durch", sagt Bavelier. Ein solcher Lerntransfer, wie er durch Videospiele verursacht wird, ist daher bemerkenswert.

Allerdings ist dieser Effekt nur bei den sogenannten Killerspielen zu beobachten. Bei Strategiespielen, gehe man eigentlich von einer positiven Wirkung auf die geistigen Fähigkeiten aus, sagen die Forscher. Hier ist diese aber nicht zu beobachten.

Der Grund für die verbesserte Reaktion durch Ego-Shooter könne damit zusammenhängen, dass man die Ereignisse in diesen Spielen nicht vorhersehen kann. Da sich in Actionspielen Situationen nie oder nur selten wiederholen, gibt es für sie - im Gegensatz zu Lernspielen - keine bestimmte Lösung. Man könne nur lernen wie man Einflüsse schneller und genauer aufnehmen kann, schreiben die Forscher.

lmr

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