HOME

GPS-Ortung: Luchse schicken Forschern SMS

Über 100 Jahre war der Luchs in Bayern ausgestorben. Seit den 80ern ist er wieder da. Um zu erforschen, welche Auswirkungen das auf seine Beutetiere hat, werden Luchs, Reh und Hirsch nun mit Funk-Halsbändern ausgerüstet.

Die Lebensräume von Luchsen und ihren Beutetieren erforschen - das ist das Ziel eines Hightech-Forschungsprojekts im Bayerischen Wald. "Um herauszufinden, wie viel Beute sie machen und ob Reh- und Rotwild deshalb in andere Reviere ausweichen, legen unsere Experten vom Nationalpark ihnen Funk-Halsbänder an", erläuterte der bayerische Umweltminister Werner Schnappauf.

Vier Luchse, außerdem Rehe und Rothirsche, sollen für das mehr als eine halbe Million Euro teure Projekt mit den neuartigen Ortungshalsbändern mit Satelliten-Navigationstechnik ausgestattet werden. 23 Rehe und Hirsche haben bereits einen solchen Sender bekommen, weitere sollen folgen. Bei den Luchsen trägt bislang nur das Männchen "Milan" den Sender, in den nächsten Monaten sollen aber weitere Großkatzen gefangen und mit GPS-Halsbändern versehen werden.

Wie reagiert das Rotwild auf den Jäger?

Über Mobilfunksender werden den Wissenschaftlern die Aufenthaltsorte der Tiere per SMS ständig mitgeteilt. So können die Forscher die scheuen Nachtjäger und das Wild so ständig beobachten, ohne sie zu stören. Das Projekt hat eine Laufzeit von vier Jahren und wird von der EU und T-Mobile unterstützt.

Bei dem Vorhaben "Räuber-Beute-Beziehung zwischen Luchs, Reh und Rothirsch" geht es auch darum, die Lebensräume der potenziellen Luchs-Beute herauszufinden. Die Forscher wollen prüfen, ob die Wildtiere aus ihren Revieren flüchten, wenn Großkatzen auftauchen. Der Luchs war mehr als 100 Jahre lang in Bayern verschwunden und kehrte erst in den 80er Jahren zurück. Bislang ist noch unklar, welche Auswirkungen seine Rückkehr auf seine Beutetiere Reh und Rothirsch hat.

Interaktive Spurensuche im Netz

Auf der Website www.luchs-telemetrie.de können Interessierte auf interaktive Spurensuche gehen und sich anschauen, wie sich die mit einem Sender ausgestatteten Tiere im Bayerischen Wald bewegen.

aun/DPA/AP / AP / DPA
Themen in diesem Artikel