Krebspatientin Eingefrorenes Eierstockgewebe erhält Fruchtbarkeit


Mit eingefrorenem Eierstockgewebe haben US-Ärzte einer 30-jährigen Krebspatientin die Fruchtbarkeit erhalten, nachdem die Frau durch eine Chemotherapie vorzeitig in die Wechseljahre gekommen war.

Mit eingefrorenem Eierstockgewebe haben US-Ärzte einer 30-jährigen Krebspatientin die Fruchtbarkeit erhalten, nachdem die Frau durch eine Chemotherapie vorzeitig in die Wechseljahre gekommen war. Mit diesem Aufsehen erregenden Verfahren hoffen die Mediziner, auch hunderttausenden anderer Krebspatientinnen pro Jahr trotz Chemotherapie oder Operationen die Möglichkeit zur Fortpflanzung erhalten zu können. In dem vom Fachjournal 'The Lancet' im Internet vorab veröffentlichten Fall reiften im Gewebe der Patientin zwar Eizellen heran, die Frau wurde allerdings nicht schwanger.

Krebspatientinnen im fortpflanzungsfähigen Alter können sich zwar vor der Tumorbehandlung Eizellen entnehmen und befruchtet oder unbefruchtet einfrieren lassen. Meistens bleibt ihnen angesichts der fortschreitenden Krankheit jedoch keine Zeit dafür. Die Ärzte um Kutluk Oktay vom New York-Presbyterian Hospital hatten Eierstockgewebe der Brustkrebspatientin vor der Chemotherapie eingefroren und sechs Jahre später unter die Bauchdecke der Frau verpflanzt. Innerhalb von drei Monaten stellte sich daraufhin die normale Funktion des Gewebes wieder ein, das Eizellen reifen ließ und das weibliche Sexualhormon Östrogen produzierte.

Fortschritt in zweierlei Hinsicht

Bei insgesamt acht Eingriffen gewannen die Mediziner 20 Eizellen aus dem Transplantat. 8 davon wurden im Reagenzglas künstlich befruchtet, eine entwickelte sich zu einem Embryo. Dieser wurde zwar in die Gebärmutter der Patientin eingesetzt, die Frau wurde jedoch nicht schwanger - was bei einer künstlichen Befruchtung allerdings nicht selten ist.

"Diese Forschung zeigt einen potenziell bedeutenden Fortschritt für die Fortpflanzungsmedizin in zweierlei Hinsicht", erläuterte Oktay. "Zum einen können Frauen ihre Fruchtbarkeit durch das Einfrieren von Eierstockgewebe bewahren. Zum anderen könnte eine Schwangerschaft auch noch nach jahrelangem Einfrieren des Gewebes möglich sein." Der belgische Fortpflanzungsexperte Johan Smitz von der Universität Brüssel mahnte jedoch, eine mögliche Krebsgefahr durch die Verpflanzung eigenen Gewebes sei noch nicht untersucht. Darüber hinaus befinde sich die vorgestellte Technik in einem rein experimentellen Stadium und sollte zunächst in größeren Studien untersucht werden.

DPA DPA

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