HOME

Pferdezucht: Teuerste Hengste vererben keine Spitzengene

Hohe Deckgebühren sind keine Garantie für erfolgreichen Nachwuchs im Pferderennsport. Forscher haben herausgefunden, dass die teuersten Zuchthengste nicht die besten Gene vererben.

Wer ein Vermögen ausgibt, um erfolgreiche Rennpferde zu züchten, zahlt offenbar zu viel. Hohe Deckgebühren für einen Hengst sind kein Zeichen für gute Rennpferdgene. Das schließen britische Forscher aus einer Studie, in der sie die Deckgebühren für mehrere Hengste mit den Preisgeldern der jeweiligen Nachkommen verglichen. Rennpferdezüchter, die für viel Geld ihre Stuten von einem Hengst decken lassen, können deshalb nicht unbedingt damit rechnen, besonders erfolgreiche Nachkommen zu züchten, folgern die Wissenschaftler. Ihre Ergebnisse veröffentlichen Alastair Wilson und Andrew Rambaut in der Fachzeitschrift "Biology Letters" der Royal Society in London.

Die Forscher sammelten Daten von 554 Hengsten und schauten, wie viel Geld Züchter bezahlen mussten, damit sich ihre Stuten mit diesen Hengsten paaren durften. Diese Beträge verglichen die Wissenschaftler mit der Höhe der Preisgelder, die die Hengste im Laufe ihres Rennpferdelebens gewonnen hatten.

Demnach kann der Rennerfolg eines Hengstes zwar auf seine Nachkommen vererbt werden: Die Hengste, die im Laufe ihres Lebens die meisten Preisgelder gewannen, hatten im Durchschnitt auch die erfolgreichsten Nachkommen. Die Höhe der Deckgebühr, die für einen Hengst verlangt wurde, war dabei jedoch kein Maß für den Rennerfolg und die guten Gene des Tieres, betonen die Forscher.

In der Evolution versuchen weibliche Tiere sich stets mit den Männchen zu paaren, die die besten Gene vererben können, sagen die Wissenschaftler. Diese Auswahl wird in der Pferdezucht aber nicht von den Stuten, sondern stellvertretend von den Pferdezüchtern übernommen. Sich dabei auf die Höhe der Deckgebühr zu verlassen, ist nicht ratsam, konnten Wilson und Rambaut zeigen. Ob ein Rennpferd erfolgreich ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Gene würden weniger als zehn Prozent dazu beitragen, erklären die Wissenschaftler. Einen viel größeren Einfluss auf die Rennleistung hätten das Training, zufällige Verletzungen und auch der Reiter des Pferdes.

DDP

Themen in diesem Artikel