HOME

Spektakulärer Fund im Atlantik: Wracksucher entdecken durch Nazi-U-Boot versenkten Silberschatz

Sie sollen fast 50 Millionen Euro wert sein: Die Silbermünzen an Bord der "SS City of Cairo", versenkt 1942 von einem deutschen U-Boot. Ein Expertenteam hat den gewaltigen Schatz entdeckt und gehoben.

Spektakulärer Fund: Rund 100 Tonnen Silbermünzen waren 1942 an Bord der "SS City of Cairo", als das Schiff nach dem Angriff eines deutschen U-Bootes sank. Jetzt wurde der Schatz gehoben.

Spektakulärer Fund: Rund 100 Tonnen Silbermünzen waren 1942 an Bord der "SS City of Cairo", als das Schiff nach dem Angriff eines deutschen U-Bootes sank. Jetzt wurde der Schatz gehoben.

Es ist nicht nur ein besonders wertvoller Fund, sondern auch ein besonders spektakulärer: Ein von einem britischen Spezialisten geführtes Team hat einen gigantischen Silberschatz gehoben, der 1942 an Bord des Dampfschiffes "SS City of Cairo" im Südatlantik versunken war. Die 100 Tonnen Silbermünzen seien etwa 47 Millionen Euro wert, berichten britische Medien. Die Mitarbeiter der Deep Ocean Search (DOS) hätten sie aus 5150 Metern Tiefe gehoben, der größten Tiefe, in der je eine derartige Bergungsaktion stattgefunden habe.

Shipwreck salvage - World depth record

Posted by Deep Ocean Search on Donnerstag, 9. April 2015

Die "SS City of Cairo" war auf dem Weg von Bombay in Indien nach England, als sie rund 770 Kilometer südlich der Insel St. Helena von U 68, einem U-Boot der deutschen Kriegsmarine, torpediert wurde. Ein Großteil der mehr als 300 Menschen an Bord konnte sich in die Rettungsboote flüchten. Dann feuerte U 68 einen weiteren Torpedo ab und die "City of Cairo" versank im Meer. Seither galten Schiff und Schatz als verschollen.

Wrack war tief im Schlamm versunken

Im Jahr 2011 schloss Deep Ocean Search einen Vertrag mit der britischen Regierung und machte sich auf die Suche nach dem Wrack. Die Experten hätten zunächst ein ungewöhnliches Objekt auf dem Meeresgrund entdeckt, das sie eigentlich gar nicht untersuchen wollten, weil es ihnen zu klein erschien, berichtet die britische Zeitung "The Guardian". "Das Schiff war auseinandergebrochen und tief im Schlamm des Meeresbodens eingesunken", sagte ein DOS-Sprecher.

Das Bergungsschiff SV John Lethbridge schickte ein Mini-U-Boot in die Tiefe und schon der erste Tauchgang brachte die Sensation: "Nachdem der Roboter zwei Stunden lang hinabgetaucht war, sendete er die ersten Bilder des Wracks nach oben", zitiert die Zeitung "The Telegraph" die Ozeanographin Maeva Onda, die zum Bergungsteam gehörte. "Es war unglaublich."

S.S. City Of Cairo on british presshttp://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/africaandindianocean/sainthelena/11536661/British-salvage-boat-recovers-treasure-from-wreck-of-SS-City-of-Cairo.html

Posted by Deep Ocean Search on Dienstag, 14. April 2015

Als das Mini-U-Boot schließlich Münzen mit der britischen Krone als Prägung an die Meeresoberfläche brachte, war endgültig klar, dass es sich bei dem Wrack um die "SS City of Cairo" handelte. "Die Emotionen auf dem Boot waren greifbar, und als wir die ersten Münzen nach oben brachten wurden sie noch intensiver", schwärmte Onda.

Bergungsarbeiten blieben lange geheim

Trotz des schnellen ersten Erfolges sei die Bergung des Schatzes kein Spaziergang gewesen, erklärte das DOS-Team dem Bericht zufolge. Wegen des gewaltigen Drucks, der Temperatur und der zahlreichen Tauchvorgänge in großer Tiefe seien die Probleme viel größer gewesen als bei früheren Operationen. Immerhin liegt die "SS City of Cairo" mit 5.150 Meter deutlich tiefer als die 1985 entdeckte "Titanic" mit 3800 Metern.

Die Bergungsarbeiten wurden bereits im September 2013 abgeschlossen. Aber erst jetzt hat die britische Regierung der DOS gestattet, davon zu berichten. Die Münzen sind mittlerweile wieder verschwunden: Sie seien in Großbritannien eingeschmolzen und verkauft worden, berichtet der "Guardian". Den Erlös, über dessen Höhe die Beteiligten schweigen, hätten sich die DOS und die Regierung geteilt.

mad