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100 Jahre Las Vegas: Happy Birthday, Stadt der Sünde und der Spieler

100 Jahre und kein bisschen leise: Las Vegas, das Spielparadies in der amerikanischen Wüste, feierte im Juni eine rauschende Geburtstagsparty. Mit dabei natürlich Sensationen, Superlative und Skandale.

Es begann im Juni 2005 und soll ein ganzes Jahr andauern: das Fest zur Hundertjahrfeier der Glitzermetropole Las Vegas. Die Stadtväter und die schwerreichen Barone des Glücksspiel-Paradieses waren wild entschlossen, ein unvergessliches Geburtstagsfest zu inszenieren. Keine Frage, dass hier der "größte Geburtstagskuchen der Welt" angeschnitten wurde - 59 Tonnen sollte das Gebäck wiegen. Allerhand Theater und Klamauk sollte an die Tage im Jahre 1905 erinnern, als Rancher und Spekulanten Landparzellen entlang der gerade gebauten Eisenbahnlinie zwischen Los Angeles und Salt Lake City für insgesamt 265.000 Dollar ersteigerten.

Im Hochzeits-Eldorado, wo nicht nur Superstars wie Britney Spears nachts kurzerhand beschließen, schnell mal an der nächsten Ecke zu heiraten, wurden zum Geburtstag 100 Paare gleichzeitig getraut. Die Stadt mit dem gigantischen Kitsch - Nachbauten von Pyramiden, Venedig oder dem Eifelturm - und den verrückten Superlativen - wie dem größten künstlichen Vulkan, dem stärksten Laser-Strahl oder dem dicksten Goldklumpen - frohlockten über fast ausgebuchte Hotels. Aber das Ganze war nicht nur Touristenrummel - ernsthafter Hintergrund war und ist eine einmalige Erfolgsgeschichte. Denn die aberwitzige Fassaden-Welt ist die am schnellsten wachsende US-Metropole. Jeden Monat strömen 6000 Neubürger in den Großraum Las Vegas, wo bereits jetzt zwei Millionen Menschen leben.

Die "Stadt der Sünde"

Und die Boomstadt, in der 16 der 20 größten Hotels der Welt stehen, platzt vor Ehrgeiz. "Wir werden New York immer ähnlicher", schwärmt Bürgermeister Goodman. Und er meint damit nicht die im Vergleich zum Original natürlich verkleinerte, aber immer noch riesige Hochhauskulisse von Manhattan mit ihrer beängstigend steilen, in den Bau integrierten Achterbahn vor dem Hotel "New York".Das als "Stadt der Sünde" verschriene Las Vegas scheint wie eine lasterhafte Enklave im prüden Amerika. Nicht nur, dass hier überall geraucht wird, auf der Straße Touristen mit großen Cocktail-Gläsern und Bierhumpen herumlaufen, auch der Sex - insbesondere der käufliche - ist allgegenwärtig. Selbst die eher konventionellen Shows wie von "Cirque du Soleil" werden immer freizügiger, die Zahl der Erotik- Shows wächst.

DPA / DPA

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