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Behinderungen im Urlaubsverkehr: Heute streikt Italien

Italien-Reisende müssen heute viel Geduld haben. Die größte italienische Gewerkschaft hat für Freitag zu einem Generalstreik aufgerufen. Vor allem im Bahn- und Flugverkehr kommt es zu Verspätungen und Ausfällen.

tib

Passagiere, die heute einen Flug von oder nach Italien gebucht haben, sollten vorab prüfen, ob ihre Maschine auch starten wird. In Italien findet heute ein Generalstreik statt, der auch den Flug- und Bahnverkehr behindert.

Durch den Aufruf der größten italienischen Gewerkschaft, der Confederazione Generale Italiana del Lavoro (CGIL), wird zuerst das Bodenpersonal an den italienischen Flughäfen für die Zeit zwischen 10 und 14 Uhr die Arbeit niederlegen. Damit wird der gesamte Flugverkehr von und nach Italien sowie innerhalb des Landes für vier Stunden lahmgelegt. Die Maßnahme betrifft alle Fluggesellschaften und hat Auswirkungen auf den gesamten Tag. Die Verspätungen dürften sich bis in den Abend hinziehen.

Bis 18 Uhr rollt auf der Schiene nichts mehr

Am Freitagnachmittag treten die Mitarbeiter der Bahn in den Ausstand. Der Streik soll von 14 bis 18 Uhr dauern. Im regionalen Verkehr wird die Arbeit ebenfalls für vier Stunden niedergelegt. In dieser Zeit sollen Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen stillstehen. Nach Angaben des ADAC beginnt der Streik gestaffelt: in Rom um 8.30 Uhr, in Neapel, Cagliari und Palermo um 9 Uhr, in Venedig um 10 Uhr, in Genua um 11.30 Uhr, in Florenz um 16.30 Uhr, in Turin um 17.45 Uhr, in Mailand um 18 Uhr, in Bologna um 19.30 Uhr und in Bari um 20 Uhr.

Urlauber, die bereits in Italien sind, können am Freitag auch vor verschlossenen Türen stehen, wenn sie eine Attraktion besichtigen möchten. Denn der Streik führt auch zu Einschränkungen bei den Öffnungszeiten von Museen, historischen Gebäuden und weiteren Sehenswürdigkeiten, deren Angestellte sich am Generalstreik beteiligen.

Die Gewerkschaft CGIL will mit dem Generalstreik gegen das 24 Millionen Euro schwere Sparpaket der Regierung Berlusconi demonstrieren, das Ende Mai in Rom vorgestellt wurde. Das auf zwei Jahre angelegte massive Sparprogramm sieht im Wesentlichen Kürzungen im öffentlichen Dienst vor. Zu den geplanten Maßnahmen zählen geringere Löhne, Einstellungsstopps und ein späteres Renteneintrittsalter. Die CGIL bezeichnete das Sparpaket als sozial ungerecht. Wie Griechenland, Spanien und Portugal versucht Italien mit diesen Maßnahmen, die EU-Defizitziele bald wieder zu erreichen.

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