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"Verdächtige Gespräche": Terrorangst im Flieger - Easyjet-Maschine muss in Köln-Bonn zwischenlanden

Solch eine Flugreise möchte wohl niemand unternehmen - erst belauschen Fluggäste, dass sich mehrere Passagiere über "terroristische Inhalte" unterhalten. Dann wird dem Flugkapitän die Lage zu riskant.

Ein Bundespolizist am Flughafen Köln-Bonn (Symbolbild)

Bundespolizist am Flughafen Köln-Bonn

Die 151 Passagiere an Bord der Easyjet-Maschine wollten eigentlich nur entspannt von Ljubljana in Slowenien nach London fliegen. Doch sie kamen nur bis zu Köln-Bonn. Den Flieger verließen sie über Notrutschen, ein Rucksack wurde gesprengt - und drei Reisende wurden festgenommen. Von der Angst, die die Fluggäste vermutlich angesichts der ganzen Aufregung hatten, gar nicht erst zu sprechen.

Was war passiert? Am Sonntagmorgen gaben sich Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst etwas bedeckt, als sie die Öffentlichkeit über den Vorfall informierten, der sich am Samstagabend ereignet hatte. Bis dahin waren die Hintergründe nicht vollständig untersucht. Doch die Details, die bis dahin bekannt waren, sprechen von einem Horrorerlebnis für die Reisenden - egal, ob es sich nun um eine echte Terrorgefahr handelte oder nicht.

Fielen die Wörter "Bombe" oder "Sprengstoff"?

 Zeugen sagten nach Angaben der Ermittler aus, dass sich drei Männer an Bord des Airbus A319 über "terroristische Inhalte" unterhalten hätten. Was diese Männer genau gesagt haben, ist nicht bekannt. Die "Bild" berichtet, laut Bundespolizei sei das Wort "Bombe" oder "Sprengstoff" gefallen. Auch ein Rucksack sei den Fluggästen merkwürdig vorgekommen.

Nach mehreren Terroranschlägen in Europa - darunter in London - sind viele Menschen nervöser und aufmerksamer als früher. Kein Wunder, dass Passagiere verunsichert sind und beim Fliegen auf verdächtige Anzeichen achten.

Flugkapitän steuert Köln-Bonn anstatt London an

Der Pilot reagierte prompt auf die Warnungen und entschied sich zur außerplanmäßigen Landung in Köln-Bonn. Dort angekommen, nahm die Polizei die drei Männer fest. Zuvor mussten die 151 Passagiere über Notrutschen aus der Maschine aussteigen. Man brachte sie in den Transitbereich, wo sie kontrolliert und zu dem Vorfall befragt wurden. An eine schnelle Ankunft an ihrem Zielort London war nicht zu denken.

Derweil suchten Polizeihunde die Maschine ab. Der verdächtige Rucksack wurde schließlich außerhalb des Flugzeugs mit einer kontrollierten Sprengung zerstört. Ob den Ermittlern tatsächlich Terroristen ins Netz gingen, ist völlig unklar. Die Behörden ermitteln aber wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat.

Die "Bild"-Zeitung meldete am späten Sonntagvormittag, laut Polizei habe es weder im Flugzeug noch am Gepäck Hinweise auf Sprengstoff gegeben. Die drei verdächtigen Männer seien 31, 38 und 48 Jahre alt und britische Staatsbürger – und hätten weder Bezüge zum Islamismus noch seien sie polizeibekannt.

Flugbetrieb in Köln-Bonn stundenlang lahm gelegt

Auch, wer nicht mit dieser Maschine gereist war, bekam noch ein paar unangenehme Folgen des Vorfalls zu spüren. So war der Betrieb auf dem rheinländischen Airport stundenlang gestört. Ab 19 Uhr hätten dort etwa drei Stunden lang keine Flüge stattgefunden, teilte der Flughafen mit. Erst kurz vor 22 Uhr habe man den Airport wieder für Starts freigegeben. Und erst nach Mitternacht seien auch Landungen in Köln-Bonn wieder möglich gewesen. Inzwischen normalisierte sich der Flugbetrieb. Zwei Verbindungen habe man aber streichen müssen. 

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