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Urlaub in Kroatien gebucht? Dann sollten Sie jetzt unbedingt eine Sache tun

Kroatien ist wegen seiner beeindruckenden Landschaft ein beliebtes Reiseziel
Kroatien ist wegen seiner beeindruckenden Landschaft ein beliebtes Reiseziel – hier der Fluss Cetina
© Zoonar.com/Dmitri Maruta / Imago Images

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Wer im Sommer einen Urlaub in Kroatien plant, sollte einiges beachten – die dortige Regierung krempelt nämlich derzeit den Tourismusmarkt kräftig um.

Wer in diesem Jahr eine Reise nach Kroatien plant, wird sich auf spürbare Veränderungen einstellen müssen. Die Regierung in Zagreb greift derzeit tief in den Tourismusmarkt ein – mit Folgen, die auch Millionen deutsche Urlauber direkt betreffen.  

Im Zentrum steht eine grundlegende Neuordnung der privaten Vermietung von Ferienunterkünften. Künftig muss jede Unterkunft eindeutig erfasst werden – Ferienwohnungen, Gästezimmer und Häuser dürfen nur noch angeboten werden, wenn sie über eine offizielle Registrierungsnummer verfügen. Diese Pflicht tritt am 1. Juni 2026 in Kraft – also mitten zur Hauptsaison. 

Kroatien verlangt von allen Unterkünften eine Registrierung

Angebote ohne diese Kennung verschwinden dann von großen Plattformen wie Airbnb oder Booking. Die Maßnahme ist Teil eines größeren Plans: Die Behörden wollen den bislang weitverbreiteten illegalen Markt mit Zimmern und Wohnungen für Touristen eindämmen und mehr Transparenz schaffen. Bislang wurden viele Unterkünfte ohne Anmeldung vermietet, was für das Land zu Steuerausfällen führte. Künftig soll ein zentrales System sämtliche Vermietungen erfassen und überprüfbar machen.  

Für Reisende bedeutet das auf lange Sicht mehr Sicherheit: Eine gültige Registrierungsnummer signalisiert, dass die Unterkunft offiziell geprüft ist. Allerdings könnte sich das Angebot erst einmal verkleinern, da viele nicht registrierte Anbieter auf einen Schlag wegfallen. Und kurzfristig könnten Reisende, die bereits für den Sommer Zimmer gebucht haben, ins Schwitzen kommen: Wenn die gewählte Unterkunft sich nicht rechtzeitig um eine Registrierungsnummer bemüht, kann es nämlich zu logistischen Problemen kommen. 

Betroffenen wird empfohlen, vorab mit dem Vermieter Kontakt aufzunehmen und aktiv nachzufragen, ob bereits eine Registrierungsnummer beantragt wurde. Zudem sollten alle verschickten und erhaltenen Nachrichten und vor allem alle Zahlungsbelege gesichert und aufgehoben werden. Dann lassen sich später im Fall der Fälle – falls der Anbieter am 1. Juni plötzlich „verschwindet“ – mögliche Probleme mit dem Buchungsportal klären.

Weitere Regelungen für beliebte Urlaubsorte

Hinter all diesen Maßnahmen steht ein Ziel: Der rasant wachsende Tourismus soll stärker kontrolliert und für alle angenehmer gestaltet werden. Kroatien reagiert damit auf steigende Besucherzahlen und immer deutlicher werdende bestehende Probleme. Die ab dem 1. Juni geltenden Neuerungen werden vielen Hoteliers und privaten Vermietern zwar vermutlich erst einmal missfallen, da sie mehr bürokratischen Aufwand und womöglich höhere Steuern bedeuten, für Urlauber dürften sich die Urlaubserfahrungen aber dadurch langfristig eher verbessern. 

Begleitet wird die Reform von strengeren Kontrollen. Staatliche Stellen, Zollbehörden und kommunale Kräfte erhalten zusätzliche Befugnisse, um Verstöße zu ahnden. Auch für Plattformen und Vermieter kann es teuer werden: Wer ohne Registrierung inseriert, riskiert hohe Geldstrafen – teils bis zu 66.000 Euro für Anbieter, während die Plattformen sogar mit Strafen von bis zu 130.000 Euro rechnen müssen. 

Neben der Unterkunftsfrage nimmt die Regierung auch das Verhalten in Urlaubsorten stärker ins Visier. Städte und Gemeinden bekommen mehr Entscheidungsfreiheit, etwa um den Alkoholkonsum in bestimmten Zonen einzuschränken. Ein flächendeckendes Verbot gibt es zwar nicht, doch lokale Regelungen – besonders in bekannten Partyhochburgen – sind wahrscheinlich. Darauf sollten sich gerade jüngere Reisende einstellen.

Auch beim Jugendschutz wird nachgeschärft: Der Verkauf von Energydrinks an unter 18-Jährige soll künftig untersagt und sogar ähnlich streng geregelt werden wie der Verkauf von Alkohol. 

wt

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