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Nach dem Anschlag: Das müssen Mallorca-Urlauber jetzt wissen

Tausende deutscher Urlauber machen derzeit Urlaub auf der Baleareninsel. Nach dem Anschlag vor einer Polizeikaserne wurden Flughafen und Seehäfen für gut zwei Stunden abgeriegelt. Es kommt zu erheblichen Verzögerungen. Was für Mallorca-Urlauber nun wichtig ist, erfahren Sie hier.

Der Flughafen von Mallorca Son Sant Joan ist während der Feriensaison einer der Airports mit dem höchsten Passagieraufkommen in Europa. Er wurde am Nachmittag nach dem Terroranschlag für gut zwei Stunden geschlossen. Allein heute hätten insgesamt 660 Flugzeuge mit 86.900 Passagieren starten und landen sollen.

Zunächst sollte die Sperrung bis 22 Uhr dauern, wurde dann aber bereits am frühen Abend wieder aufgehoben. Für zwei Stunden waren weder Landungen noch Starts möglich. Viele Flugzeuge, die in Richtung Mallorca starten sollten, blieben in den Heimatländern zunächst am Boden. Andere Maschinen, die bereits in der Luft waren, wurden umgeleitet. Es bauen sich derzeit massive Verspätungen im europäischen Luftverkehr auf, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) mitteilte. In Düsseldorf mussten Passagiere Maschinen wieder verlassen.

Die Fluggesellschaften hofften, die Verspätungen im Laufe der Nacht zumindest teilweise wieder aufholen zu können, da es am Flughafen von Mallorca kein Nachtflugverbot gibt.

In Palmanova, dem Ort des Anschlages, durften zahlreiche Urlauber in unmittelbarer Nähe des Tatorts ihre Hotels vorübergehend nicht verlassen. Nur wenig weiter entfernt gab es offenbar keine Auswirkungen. "Bei uns geht der Betrieb ganz normal weiter", berichtete am Nachmittag eine Mitarbeiterin des Empfangs im Hotel Comodoro Playa. "Unser Haus liegt ungefähr zehn Minuten vom Ort der Explosion entfernt. Die meisten Gäste sind bei 30 Grad am Strand."

DPA/AP/swd

Kommen Touristen noch auf die Insel?

23 Flugzeuge von Air Berlin sollten am Nachmittag und Abend noch auf der Insel landen. Von Tuifly sind es sechs Maschinen, die heute noch auf die Insel gehen oder zurückkommen sollten. Durch die Sperrungen kam es zu erheblichen Verzögerungen, die aber im Laufe des Abends und der Nacht wieder aufgeholt werden sollen. Urlauber, die am späten Abend oder am frühen Freitag fliegen wollen, können sich zum Flughafen begeben.

Der Deutsche Reiseverband (DRV) teilte mit, dass die deutschen Reiseveranstalter ihre Gäste auf Mallorca betreuen und die Reiseleitungen sie über den aktuellen Sachstand informieren. Flugreisenden wurde empfohlen, aktuelle Informationen über die Websites von ihrer Fluggesellschaft abzurufen.

Wie kommen Urlauber von der Insel?

Der Flughafen und die Seehäfen sind wieder geöffnet. Auf dem Flughafen finden verstärkt Personenkontrollen statt, die den Ablauf verzögern.

Touristen klagten zunächst über eine schlechte Informationspolitik. "Wir erfahren nichts. Weder Polizei noch Fluggesellschaft geben irgendeinen Hinweis, wie es weitergehen könnte", sagte ein Urlauber aus Frankfurt. "Unseren Anschlussflug werden wir wohl nicht mehr kriegen, wir wissen aber auch nicht, ob wir noch einmal übernachten müssen oder ob es vielleicht gleich weitergeht. Null Durchsagen, man lässt die Touristen allein."

An wen wenden sich Feriengäste auf der Insel?

Urlauber des Reiseveranstalters Thomas Cook, die nach dem Anschlag auf der Balearen-Insel Mallorca festsitzen, müssen nach Angaben des Unternehmens die Nacht nicht im Freien verbringen. Die meisten Hotels hätten noch freie Kapazitäten. Die Reiseleiter würden die betroffenen Urlauber umgehend informieren und für Quartier sorgen, sagte eine Sprecherin. Sobald Flugzeuge und Schiffe die Balearen-Insel wieder verlassen können, werden die Urlauber nach Hause gebracht.

Urlauber des Reiseveranstalters TUI werden am Flughafen von ihren Reiseleitern betreut. Der Veranstalter hat zurzeit rund 20.000 Gäste auf der Insel, wie eine Sprecherin mitteilte. Jeden Tag reisen 500 bis 1000 Gäste an und ab.

Betrifft die Verzögerung auch andere Spanienurlauber?

Auch Reisende, die nicht nach Mallorca wollen, sondern aufs Festland, die anderen Baleareninseln oder auf die Kanarischen Inseln, können von der Sperrung und den anschließenden Verzögerungen betroffen sein. Denn die Fluglinie Air Berlin hat auf Mallorca ihr Drehkreuz, ist ein wichtiger Knotenpunkt im Ferienverkehr.

Deswegen gilt auch hier: Mit dem Reiseveranstalter oder der Fluggesellschaft in Verbindung setzen, um Informationen über etwaige Verspätungen oder Umleitungen zu erhalten.

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