Follow me Pilot verhindert Crash zweier Großraumjets

Follow me: Pilot verhindert Crash zweier Großraumjets

Das Video eines Planespotters zeigt eine dramatische Situation am Flughafen Barcelona: Auf einer Piste kommen sich ein landendes und ein rollendes Flugzeug gefährlich nah. Einer der Piloten reagiert blitzschnell.

Am Wochenende herrschten am Flughafen El Prat südlich von Barcelona bestes Sommerwetter und klare Sicht. Ein Langstreckenairbus vom Typ A340-300 der Fluggesellschaft Aerolineas Argentinas rollt zum Start, das Ziel: Buenos Aires. Dabei überquert das Großraumflugzeug die diagonal verlaufende Piste 02, die meist als Startbahn für Flüge zu den Balearen-Inseln und nur selten als Landebahn genutzt wird.

Was die beiden Piloten im Cockpit nicht mitbekommen, aber der spanische Planespotter Miguel Ángel auf Video festgehalten hat: Zur selben Zeit befindet sich eine Boeing 767-300 der russischen Fluggesellschaft UTAir im Anflug. Sie soll auf genau jener Piste 02 landen, die in diesem Moment vom Airbus aus Argentinien blockiert wird.

Kurz bevor das aus Moskau-Domodedovo kommende Flugzeug aufsetzt, bricht der Pilot der russischen Maschine die Landung ab und startet durch. Durch das Teleobjektiv der Videokamera des Hobbyfilmers wirkt die Situation wie ein Beinah-Zusammenstoß, der in letzter Sekunde durch die Geistesgegenwart der russischen Cockpit-Crew gerade noch verhindert werden konnte.

In der Praxis gehören Durchstartmanöver zum fliegerischen Alltag. Piloten trainieren im Simulator regelmäßig heikle Momente, zu denen auch eine plötzlich blockierte Landebahn gehört. Im Falle von Barcelona flog die Boeing 767-300 eine Platzrunde und landete 15 Minuten später sicher in Barcelona. Der argentinische Airbus konnte 20 Minuten nach dem Vorfall von der Piste 25R starten.

Die spanische Flughafenbetreibergesellschaft Aena, die auch für die Flugüberwachung des spanischen Luftraums zuständig ist, schätzt die Begebenheit am Airport der katalanischen Hauptstadt übrigens weit weniger dramatisch ein, als viele Medien berichten. Beide Maschinen hätten sich nicht um "Haaresbreite" verfehlt. Die UTAir-Boeing habe auch nicht durchstarten müssen, sondern hätte ihren Landeanflug fortsetzen und am Anfang der Piste aufsetzen können - der Kreuzungsbereich von Taxiway und Landepiste wäre dann längst wieder frei gewesen.


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