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Ritz-Carlton Berlin: "Das wollen wir unseren Gästen ersparen"

Gut zwei Wochen nach der Entdeckung von Legionellen stehen im Berliner Luxushotel Ritz-Carlton alle Zimmer leer: Das Fünf-Sterne-Haus am Potsdamer Platz hat vor wenigen Tagen alle Zimmer und Suiten für Gäste gesperrt.

"Wir vermieten zur Zeit nicht, weil die notwendigen Reparaturarbeiten an der Wasserversorgung nicht ohne Lärmbelästigung möglich sind", sagte Hotelsprecherin Claudia Hardt. "Das wollen wir unseren Gästen ersparen."Nach dem gefährlichen Bakterienfund wird den Angaben zufolge nun das Rohrleitungssystem des Hotels umgebaut, das erst im Januar eröffnet wurde und zu den teuersten Häusern Deutschlands zählt. Wann die Zimmer wieder freigegeben werden, steht noch nicht endgültig fest. Damit sei Mitte kommender Woche zu rechnen, sagte Hardt. Einen genauen Zeitplan gebe es aber noch nicht.

Ausweichzimmer angeboten

Eine Reservierungsanfrage im Internet ergab am Sonntag, dass erst ab 8. August wieder Zimmer als frei gemeldet sind. Das Nobelhotel hat 302 Zimmer, darunter 38 Suiten. Mitarbeiter des Hauses hatten die Legionellen Mitte Juli bei freiwilligen Routinekontrollen in einigen Zimmern selbst entdeckt. Die Hotelführung informierte daraufhin sofort das zuständige Gesundheitsamt und sperrte zunächst nur die betroffenen Zimmer.

Es habe sich jedoch herausgestellt, dass die notwendigen Reparaturen eine starke Lärmbelästigung bedeuteten, sagte Hardt. Deshalb habe sich die Leitung des Hauses jetzt kurzfristig entschlossen, während der Arbeiten zunächst überhaupt keine Zimmer mehr zu vermieten. Den Gästen, die bereits gebucht hätten, habe man abgesagt und Alternativen angeboten. Die Maßnahmen seien alle freiwillig erfolgt, betonte die Sprecherin, es habe keine entsprechenden Anordnungen vom Gesundheitsamt gegeben. Die gastronomischen Einrichtungen seien nach wie vor geöffnet.

Klagen über leere Betten

Die Entdeckung von Legionellen reiht sich ein in eine ganze Serie von Problemen, mit denen das Ritz-Carlton am Potsdamer Platz von Anfang an zu kämpfen hatte. Bei der Eröffnung am 11. Januar mussten viele Gäste auf dem Vorplatz im Regen stehen. Kurz darauf sorgte ein Brand für Aufregung, der in den Appartements über dem Hotel ausgebrochen war. Mehrere hundert Gäste und Angestellte mussten evakuiert werden. Am meisten machte dem Luxushotel aber die starke Konkurrenz auf dem Berliner Markt zu schaffen. Immer wieder gab es Klagen über schlechte Auslastung und Betriebsergebnisse gegeben.Der bisherige Hoteldirektor Walter Junger nimmt in zwei Wochen seinen Hut. Mitte August soll Rainer Bürkle das vornehme Haus auf Kurs bringen. Der Manager ist in der Ritz-Carlton-Gruppe kein Unbekannter. Er hatte von 1999 bis 2001 schon das erste Ritz-Carlton in Deutschland, das Schlosshotel im Berliner Grunewald, geführt.

Uta Winkhaus / AP / AP

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