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Ex-Tennis-Profi: Was macht eigentlich ... Carl-Uwe Steeb?

Als Tennis-Profi sicherte Carl-Uwe Steeb dem deutschen Team 1988 den ersten Sieg im Davis Cup. Wie geht es ihm heute?

Ex-Tennis Profi: Was macht eigentlich Carl-Uwe Steeb?

Carl-Uwe Steeb, 50, am Zuger See in der Schweiz, wo der ehemalige Tennis-Profi heute lebt

Wenn Sie heute verreisen: Haben Sie Ihren Tennisschläger noch immer im Gepäck?

Nein, eher Golfschläger oder Yogamatte. Im Gegensatz zum Tennis kann man sich beim Yoga im Alter noch verbessern. Das gefällt mir. Außerdem fühle ich mich anschließend gut, und mir tun nicht wie nach dem Tennisspielen Rücken oder Knie weh.

Wie oft spielen Sie heute Tennis?

Vielleicht ein-, zweimal im Monat, meist mit meinen Söhnen. Zwischendurch nehme ich auch mal an Schaukämpfen teil.

Im Davis-Cup-Finale 1988 gegen Schweden haben Sie Mats Wilander, damals die Nummer eins, im fünften Satz mit 8 : 6 besiegt und hatten großen Anteil daran, dass Deutschland erstmals die Trophäe gewann. Schauen Sie sich manchmal alte TV-Ausschnitte vom Match an?

Ab und zu. Manchmal halte ich Motivationsvorträge und zeige dazu Bilder meiner Karriere. Natürlich ist auch die letzte Sequenz des Wilander-Matches dabei.

Hat der Schläger aus dem Finale einen Ehrenplatz?

Nicht unbedingt, aber ich hüte ihn. Ich bin nicht der Typ, der seine Trophäen überall präsentiert. Insofern hängt der Schläger einfach nur bei mir im Büro an der Wand. Ob es aber genau der ist, mit dem ich auch Mats Wilander geschlagen habe, weiß ich nicht: Während des Matches hatte ich mit acht verschiedenen Schlägern gespielt.

Sie schafften es bis auf Platz 14 der Weltrangliste, hatten aber nie die Erfolge eines Boris Becker. Wurmt Sie das manchmal?

Nein. Einen Weltstar wie Boris als Teamkollegen zu haben war eine Voraussetzung, den Davis Cup zu gewinnen. Insofern überwiegen die positiven Seiten: Wir haben extrem von ihm profitiert.

Vor zwei Jahren sind Sie von Stuttgart nach Zug in die Schweiz ausgewandert. Wie kam es dazu?

Seit 2014 arbeite ich für die 4sports & Entertainment AG, eine Schweizer Sportmanagement-Agentur. Wir sind im Spielermanagement in den Sportarten Eishockey und Golf tätig, haben weltweit 250 Eishockeyspieler und 30 Golfspieler unter Vertrag. Zudem veranstalten wir die Porsche European Open in Hamburg, ein Golfturnier mit zwei Millionen Euro Preisgeld.

Was genau machen Sie da?

Ich kümmere mich um die Vermarktung der Events und der Athleten aus dem Golfsport. Zudem beraten wir Unternehmen in den Bereichen Event- und Sportsponsoring. Diese Vielseitigkeit gefällt mir: Ich habe noch einen direkten Draht in den Profisport, berate gleichzeitig aber auch Firmen, die im Sportumfeld ihre Marken präsentieren möchten.

Profitieren Sie heute noch von Ihrem früheren Erfolg als Tennisspieler?

Mit Sicherheit profitiere ich emotional, wenn Menschen, denen ich begegne, sich an meine Erfolge erinnern und mir dazu gratulieren. Das freut mich natürlich nach wie vor. Ansonsten profitiere ich von einem internationalen Netzwerk, das ich mir durch meine Vergangenheit im Sport aufbauen konnte und heute im Business oftmals einsetzen kann.

Ihre Söhne Luke und Jeremy sind jetzt 22 und 19. Haben die je Ambitionen gezeigt, Profi-Tennisspieler zu werden?

Luke ja, er hat es bis zum College Tennis in Amerika gebracht, sich dann aber ganz für das Studium entschieden. Jeremy hatte nie die Ambition, Tennisspieler zu werden. Ich bin froh, dass beide ihren eigenen Weg außerhalb des Tennis verfolgen. So schön der Profisport ist, leider schaffen es nur wenige.

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Interview: Sabine Hoffmann
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