Altersvorsorge Kein Erbe in Sicht


Fast die Hälfte der Deutschen über 50 Jahren werden ihren Angehörigen kein materielles Erbe mehr hinterlassen. Der Grund: Sie glauben, wegen der steigenden Kosten für ihre Altersvorsorge keine größeren Reichtümer ansammeln zu können.

60 Jahre ohne Krieg und mittendrin das Wirtschaftwunder: Seitdem haben die Deutschen mehr Vermögen aufgebaut als je zuvor. Dennoch könnte es zunehmend weniger zu erben geben. Laut einer repräsentativen BHW-Umfrage unter 908 Menschen ab 50 Jahren glauben selbst 35 Prozent der Besserverdiener unter ihnen, sich eine Übertragung von Werten an die nächste Generation schlichtweg finanziell nicht mehr erlauben zu können.

Wachsende Ansprüche

Die Erwartung, von der älteren Generation ein Haus oder andere Werte vererbt zu bekommen, spielt in der Zukunftsplanung der Bundesbürger im reiferen Alter keine Rolle. Nur 17 Prozent der 50- bis 59-Jährigen rechnen fest damit, ein Erbe antreten zu können. BHW-Experte Matthias Schnabel empfiehlt deshalb, das Budget durch private Vermögensbildung selbst aufzubessern: "Die Ansprüche an diese Lebensphase sind gewachsen. Die Menschen werden älter und bleiben dank gesundheitlicher Vorsorge und besserer Arbeitsbedingungen fit und aktiv." Die Prioritäten der Altersgruppe für die Zeit nach der Erwerbstätigkeit: 44 Prozent wollen vor allem komfortabel wohnen. 22 Prozent geben "anderen helfen" als größten Wunsch an, etwa genauso viele (21 Prozent) möchten viel reisen. Endlich einmal Zeit für Kultur haben – darauf freuen sich 10 Prozent.

Welche Rolle spielt der Besitz von Wohneigentum für die Zukunftsplanung der Generation 50plus? "Eigentümer sehen ihrem finanziellen Auskommen im Alter laut unserer Erhebung deutlich gelassener entgegen", erklärt Schnabel. 94 Prozent der Menschen, die im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben, seien davon überzeugt, mit dem Immobilienerwerb beste Alterssicherung zu betreiben. Eigentümer befürchten dann auch deutlich weniger als Mieter, künftig aus wirtschaftlichen Gründen auf viele Dinge verzichten zu müssen (48 zu 61 Prozent). Bei so viel Spielraum steht Eigenheimbesitzern trotz erhöhter Vorsorgeaufwendungen auch eher die Option offen, den nächsten Angehörigen einmal etwas zu vermachen. 57 Prozent von ihnen, aber nur 39 Prozent der Mieter können sich dies nach eigenen Angaben leisten.

Karin Spitra

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