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Hausbau: Sparen - aber richtig

Die Bausparprämien wurden gesenkt, erschwingliche Grundstücke sind rar, die Eigenheimzulage beschnitten und steht sogar auf der Kippe. Das alles können die Zinsen - seit langem auf Tiefststand - nicht kompensieren. Die Konsequenz: Sparen.

An der richtigen Stelle sparen, ohne dabei auf Bauqualität oder Komfort zu verzichten - so sieht derzeit der heikle Eiertanz vieler Häuslebauer aus. "Deshalb", so skizziert BHW-Mann Rüdiger Grimmert die individuelle Sparpolitik, "sollte man sich sehr gut darüber im Klaren werden, was Unabdingbar ist und worauf man nicht verzichten will". Grimmert: "Die Bestandsaufnahme ist immer höchst individuell, gleichwohl gibt es einige Rahmenpositionen".

Grundstücksgröße bestimmt Grundriss

Das erstbeste Bauland ist nicht unbedingt das günstigste. Auf einem kleineren Grundstück einen einfacheren Grundriss zu realisieren, ist meist ohne Verlust an Wohnqualität möglich. Lässt man fertig bauen, hat der Anbieter oft günstiges Bauland im Angebot. Entscheidet man sich dann beispielsweise für ein Grundstück mit 400 Quadratmetern statt mit 600 Quadratmetern, würden bei einem Quadratmeter-Preis von 150 Euro 30.000 Euro gespart. Überhaupt sollte man bei der Grundstückswahl sorgsam abwägen. "So endet beispielsweise in Nordrhein-Westfallen die öffentliche Förderung bei 400 Quadratmetern", warnt Grimmert.

Eine andere Möglichkeit: Erbpacht. Gemeinden verfügen oft über Grundstücke, die über Laufzeiten von meist 99 Jahren verpachtet werden. Vorteil: Der monatliche Erbpachtzins ist überschaubar. Es ist weniger Eigenkapital notwendig. So verbleiben bis zu mehreren hundert Euro im Monat mehr in der Haushaltkasse. Sparpotenzial sieht Fachfrau Ingrid Lechner von Schwäbisch Hall auch bei der Hausgröße: "Wer sich statt der im Durchschnitt üblichen 150 Quadratmeter auf 120 beschränkt, kann bis zu 15.000 Euro kalkulieren."

Fertighaus statt Eigenbau

Zu den Sparstandards gehört auch die Überlegung, sich ein Fertighaus zu kaufen. Über die verschiedenen Konstruktionsarten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen informiert das jetzt erschienene Buch "Kauf und Bau eines Fertighauses" der Verbraucherzentralen. Ingrid Lechner: "Von Bauherrengemeinschaften über Carports, Fassaden, Mauerwerk bis Gartengestaltung lässt sich manches sparen. Aber man sollte seine Möglichkeiten realistisch einschätzen und sich beraten lassen." So empfiehlt es sich beispielsweise sorgsam abzuwägen, ob man auf einen Keller verzichten will. Wenn man vorher sorgfältig plant, wie man den potenziellen Kellerinhalt anderweitig sinnvoll unterbringt, können bis zu 15 Prozent der Baukosten reduziert werden.

Ausgaben ganz anderer Art entstehen vielfach während der Bauphase. "Mängel mit Folgekosten in fünfstelliger Höhe treten bei vielen tausend Bauvorhaben auf", berichtet Corinna Merzyn vom Verband Privater Bauherren ihre Erfahrungen. Der Verband Privater Bauherren bietet eine Rundumbetreuung am Bau, die Fehler rechtzeitig vermeiden hilft - für einen Beitrag von einem Prozent der Baukosten. Aber auch Sachverständigenorganisationen sowie vereidigte Sachverständige gucken Handwerkern auf die Finger. Laut Merzyn gibt es durch solch professionelle Beobachtungsgabe - je nach abgewendeten Baumängeln - ein Einsparpotenzial von "mitunter 50.000 Euro".

#Link;http://www.stern.de/wirtschaft/immobilien/baufinanzierungsrechner-so-finanzieren-sie-ihr-haus-guenstig-1502625.html;Hier geht's zum Baufinanzierungs-Vergleich# auf stern.de

Norbert Michulsky/DDP / DDP
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