Aufregung um Gefängnis Bernard Madoff darf in "besseren" Knast


Wird der amerikanische Milliardenbetrüger Bernard Madoff anders behandelt als gewöhnliche Häftlinge? US-Medien spekulieren über eine Bevorzugung des 71-Jährigen. Der zu 150 Jahren Haft verurteilte Ex-Broker soll in Butner, North Carolina, einsitzen, das Gefängnis gilt als eines der "besseren".

Aufregung um das künftige Gefängnis für Bernard Madoff: Der zu 150 Jahren Haft verurteilte US-Megabetrüger soll Berichten amerikanischer Medien zufolge den Rest seines Lebens in der Haftanstalt der Kleinstadt Butner im Bundesstaat North Carolina verbringen. Das Gefängnis gilt unter den teils berüchtigten US-Anstalten als einer der vergleichsweise "besseren" Haftorte.

Madoff sei von New York aus auf dem Weg zu seiner endgültigen Vollzugsanstalt, erklärte ein Behördensprecher lediglich. Den Haftort selbst wollte er nicht bestätigen. Auf seinem Transfer meldeten die Behörden den Ex-Broker am Dienstag als Insasse eines Gefängnisses in Atlanta im Bundesstaat Georgia - wohl nur ein Zwischenstopp, mutmaßten die Berichterstatter. Seit seiner Verhaftung war der 71-Jährige zunächst in einer Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Manhattan untergebracht.

US-Medien spekulierten, ob Madoff mit der mutmaßlichen Entscheidung für das vergleichsweise humane Gefängnis in Butler bevorzugt behandelt worden sei. Für Wirbel sorgte zudem ein unbestätigtes Gerücht, sein offizieller Entlassungstermin könnte eventuell um einige Jahre vorgezogen werden. Für Madoff wäre dies aber kein Grund zur Hoffnung: Denn bei "lebenslänglich" würde es auch dann bleiben.

Butner liegt rund 750 Kilometer südwestlich von New York, wo Madoffs Frau und seine erwachsenen Söhne leben. In den verschiedenen Haftanstalten in Butner sind nach Angaben der Behörden derzeit knapp 4900 Sträflinge untergebracht. Unter ihnen befinden sich laut US-Medien prominente Schwerverbrecher wie der Terrorist Omar Abdel Rahman. Der als "blinder Scheich" bekannte Ägypter gilt als Drahtzieher eines Bombenanschlags auf das World Trade Center in New York im Jahr 1993 - rund acht Jahre vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001.

Im größten Betrugsfall der Finanzgeschichte war Madoff Ende Juni in New York zur Höchststrafe verurteilt worden. Der Ex-Broker hatte über Jahrzehnte hinweg mit einem 65 Milliarden Dollar (46 Milliarden Euro) schweren Schneeball-System weltweit tausende Anleger geprellt. Madoff hatte stets betont, allein und ohne Wissen anderer gehandelt zu haben. Die Ermittlungen der Behörden zu möglichen Mittätern gehen aber weiter.

Lange Haft für "Mini-Madoff"

Unterdessen ist ein weiterer Finanzbetrüger zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Der Anwalt Marc Dreier, der Anleger um rund 400 Millionen Dollar betrogen hat, muss nach dem Urteil von Montagabend für 20 Jahre ins Gefängnis. Er ist einer der sogenannten "Mini-Madoffs". Dabei handelt es sich um in den vergangenen Monaten aufgeflogene Betrüger, die Investoren ausgenommen haben.

DPA DPA

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