Auftakt Renten fallen nach neuesten Kriegsmeldungen

Die Staatsanleihen der Euro-Zone haben am Freitag mit Kursverlusten auf die Meldung der Einnahme des Flughafens von Bagdad durch US-Streitkräfte reagiert.

Nach Einschätzung von Händlern erweckte die offenbar rasche Eroberung des Flughafens bei zahlreichen Marktteilnehmern die Hoffnung auf ein kurz bevorstehendes Kriegsende. Andere warnten aber vor einer Überbewertung solcher Nachrichten. "Ich denke, wir werden erstmal eine Konsolidierung sehen und auf neue Nachrichten über den Krieg warten", sagte ein Händler in Frankfurt. "Die Leute sind noch im Ungewissen darüber, was das Wochenende bringen wird." Mit Spannung werden außerdem US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag erwartet.

Alle Rentenpapiere notierten niedriger

Der richtungweisende Juni-Bund-Future lag gegen 9.25 Uhr MESZ 12 Ticks im Minus bei 113,52 Punkten. Die dem Bund-Future zu Grunde liegende zehnjährige Bundesanleihe notierte sechs Ticks niedriger bei 102,49 Prozent und rentierte mit 4,183 Prozent. Der Bobl-Future gab acht Stellen auf 110,98 Zähler nach, der Schatz-Future fiel um einen Tick auf 106,04 Punkte.

Flughafen wichtig für Sturm auf Bagdad

Einem ranghohen US-Offizier zufolge brachten US-Soldaten den strategisch wichtigen Flughafen der irakischen Hauptstadt nach heftigen Gefechten unter ihre Kontrolle. "Wir kontrollieren den Flughafen. Es ist ein großes Gelände mit vielen Gebäuden, die noch geräumt werden müssen, aber er ist unser", sagte am Freitagmorgen ein Oberst der dritten Infanteriedivision. Der Flughafen könnte Militärexperten zufolge eine bedeutende Rolle bei einer versuchten Einnahme Bagdads spielen, weil er wichtig für die Verstärkung und Versorgung der US-Truppen ist. Außerdem ließen sich vom Flughafen aus etwa Ziele in Bagdad mit bodengestützten Raketen und der Artillerie angreifen.

USA mit weiter steigender Arbeitslosigkeit

Konjunkturdaten spielten in den vergangenen Wochen angesichts des Irak-Krieges kaum eine Rolle an den internationalen Finanzmärkten. Dennoch wird am Nachmittag mit Spannung die Veröffentlichung von Daten zur Entwicklung des US-Arbeitsmarktes im März erwartet. "Wir müssen durch die Zahlen erstmal durch", sagte ein Rentenhändler. Insgesamt deuten die Prognosen von Analysten überwiegend auf einen Anstieg der Arbeitslosigkeit in der weltweit größten Volkswirtschaft hin. "Einen herben Rückschlag haben Erwartungen erlitten, am US-Arbeitsmarkt könnte es so etwas wie eine Frühjahrsbelebung geben", hieß es in einem Marktkommentar der Bankgesellschaft Berlin. Dabei werde sich der jüngste Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosengeld noch gar nicht auf diese Berechnung auswirken. "Ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenrate scheint nach den Vorgaben wahrscheinlich."


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