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Banken: HypoVereinsbank macht Rekordverlust

Nach einem Milliardenverlust 2003 muss sich die HypoVereinsbank über eine massive Kapitalerhöhung frisches Geld beschaffen. Besonders durch Abschreibungen entstand ein Verlust von 2,6 Milliarden Euro.

Nach einem Milliardenverlust 2003 muss sich die HypoVereinsbank über eine massive Kapitalerhöhung frisches Geld beschaffen. Vor allem wegen Abschreibungen auf Beteiligungen an der Münchener Rück und der Allianz sei im vergangenen Jahr unter dem Strich ein Verlust von 2,6 Milliarden Euro entstanden, teilte die HypoVereinsbank am Donnerstag in München mit. Im Jahr zuvor hatte die Bank mit einem Minus von 858 Millionen Euro den ersten Verlust in der Konzerngeschichte gemacht. Als Folge der anhaltend roten Zahlen gibt es auch für 2003 keine Dividende. Mit der weiteren Reduzierung ihrer Beteiligungen an Münchener Rück und Allianz hat die HypoVereinsbank nach der Bilanzbereinigung bereits begonnen.

Bank sieht sich operativ auf gutem Weg

Die HypoVereinsbank wertete den Schritt als Befreiungsschlag. "Wir können uns künftig voll auf die Stärkung unseres Kerngeschäfts konzentrieren", sagte Konzernchef Dieter Rampl. Operativ sei die Bank auf gutem Weg. So sei bereinigt um allerlei Sondereffekte ein positives Vorsteuer-Ergebnis von 610 Millionen Euro erzielt worden, das am oberen Rand der HypoVereinsbank-Prognose lag. Der HVB-Aktienkurs sank am Vormittag zeitweise um 0,6 Prozent auf 18,40 Euro.

Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro

Im Rahmen der Kapitalerhöhung gibt die HypoVereinsbank Anfang April mehr als 214 Millionen neue Aktien zu einem Preis von mindestens 14 Euro aus und beschafft sich so mehr als drei Milliarden Euro. Damit wird das Grundkapital um etwa 40 Prozent erhöht. Die Münchener Rück, strategischer Kooperationspartner der HVB, wird sich an der Kapitalerhöhung nicht beteiligen und ihren Anteil so von 25,6 auf unter 20 Prozent reduzieren. Die Kapitalerhöhung ist von einem Banken-Konsortium garantiert.

Notwendige Abschreibungen

Vor allem die Beteiligungen der HVB an der Allianz und der Münchener Rück standen deutlich höher in den Büchern, als sie an der Börse zuletzt wert waren. Da die HypoVereinsbank die Pakete reduzieren will, waren die Abschreibungen notwendig. Nach den Wertberichtigungen wurde bereits die Allianz-Beteiligung von 3,2 Prozent komplett verkauft. Ihr Münchener-Rück-Paket reduzierte die HVB von 13,2 auf unter 10 Prozent. Weitere Verkäufe sollen folgen. Überraschend nahm die HypoVereinsbank auch Sonder-Firmenwertabschreibungen bei ihrer Tochter Bank Austria vor. Diese Goodwill-Beschreibungen belasten das Ergebnis mit rund 800 Millionen Euro. "Die ist eine pro-aktive Maßnahme, um den Beteiligungswert konservativ nach unten abzusichern", hieß es.

DPA