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Bilanz: Beiersdorf weiter auf Rekordkurs

Der Hamburger Kosmetikkonzern trotzt der Wirtschaftsflaute und ist auch 2003 auf Rekordkurs. Neben einem deftigen Umsatzplus ist auch mit einer Einigung  im Übernahmepoker zu erwarten.

Der Hamburger Kosmetikkonzern trotzt der Wirtschaftsflaute und ist auch 2003 auf Rekordkurs. Beim Umsatz geht das Unternehmen von einem Plus von sieben Prozent auf rund 4,9 Milliarden Euro aus, der Jahresüberschuss soll auf 300 Millionen Euro steigen. Bereits 2002 hatte Beiersdorf mit einer Steigerung von 10,7 Prozent beim Jahresüberschusses auf 290 Millionen Euro und einem Umsatzplus von 7,3 Prozent auf 4,74 Milliarden Euro das beste Ergebnis der Unternehmensgeschichte erzielt.

Gewagte Prognosen

Die Aussichten für 2003 seien allerdings nicht frei von Risiken, hieß es. "Unsere Prognosen sind gewagt", räumte der Vorstandsvorsitzende Rolf Kunisch am Mittwoch in Hamburg ein. So könnten der Irak-Krieg und die Lungenkrankheit SARS den Geschäftsverlauf ebenso beeinflussen wie die Währungsschwankungen beim Dollar. Die langfristigen Perspektiven seien aber eindeutig positiv. "Kosmetik ist ein Grundbedürfnis, und Seife kommt in Rangfolge für die Menschen gleich nach dem Essen", betonte Kunisch.

Löwenanteil im Ausland umgesetzt

Rund 73 Prozent seines Umsatzes erzielte Beiersdorf 2002 im Ausland. In Deutschland stieg der Umsatz um 2,4 Prozent, im übrigen Europa konnte ein Umsatzplus von elf Prozent erzielt werden. Besonders erfolgreich war der Konzern in Asien, Afrika und Australien, wo die Umsätze um rund 19 Prozent gesteigert werden konnten.

Zehn markenfamilien begründen Erfolg

Der Erfolg des Unternehmens gründe vor allem auf Marken wie Nivea, Eurcerin, Tesa und Hansaplast, hieß es. "Wir konzentrieren uns auf zehn Markenfamilien, setzen auf Marktführerschaft und eine überschaubare Organisation, das ist unser Erfolgsrezept", sagte Kunisch. Er verwies darauf, dass Nivea-Produkte in 54 Ländern in den verschiedenen Bereichen 160 erste Plätze belegten, vor fünf Jahren seien es erst 50 gewesen.

Ziel bleibt der Dax

Zu dem Übernahmepoker um den Konzern wollte sich Kunisch nicht konkret äußern. Seit Monaten versucht Großaktionär Tchibo, der 31 Prozent an Beiersdorf hält, den 44-prozentigen Unternehmensanteil der Allianz zu übernehmen. "Ich gehe davon aus, dass die Großaktionäre in den nächsten Monaten entscheiden, was sie tun wollen", sagte Kunisch. "Die Diskussion belastet die Mitarbeiter", betonte der Konzernchef. Zugleich bekräftigte er das Ziel der Beiersdorf AG, die im M-DAX notiert ist, in den DAX-30 aufzusteigen. "Wir wären eine Zierde des DAX, nach objektiven Kriterien gehören wir dort hinein", sagte Kunisch.