Bilanz Post erwartet 2003 mehr Gewinn


Die Deutsche Post hat die Portosenkung bei ihrem wichtigsten Ertragsbringer "Brief" offenbar gut verkraftet und ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Optimismus bei der Deutschen Post: Offenbar hat das Unternehmen die Portosenkung bei ihrem wichtigsten Ertragsbringer "Brief" gut verkraftet und ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem um 100 Millionen Euro höheren Betriebsergebnis. Trotz des weltwirtschaftlich und konjunkturell schwierigen Umfeldes verzeichnete der Konzern eine andauernde starke Geschäftsentwicklung und erwartet daher 2003 einen Gewinn in der betrieblichen Tätigkeit (Ebita) von mindestens 2,9 (Vorjahr 2,4) Milliarden statt der bislang prognostizierten 2,8 Milliarden Euro, teilte der Bonner Konzern am Mittwoch mit.

Erfreute Analysten

Analysten sprachen in ersten Reaktionen von einer "positiven Nachricht". "Die Zahlen werden die Stimmung für die Aktie verbessern, die Anleger sehen, dass die Post ihre Hausaufgaben angeht. Das wird für Phantasie bei der Aktie sorgen, insbesondere wenn man bedenkt, wie gut die Post die Portosenkung weggesteckt hat", sagte Robert Czerwemsky von der Vereins- und Westbank. Die "Aktie Gelb" lag am Morgen zunächst aber nahezu unverändert bei rund 12,80 Euro.

Betriebsgewinn gesunken

Im zweiten Quartal ging das Ebita nach Angaben der Post auf 518 (667) Millionen Euro zurück. Der Umsatz gab als Folge der Portosenkung leicht auf 9,4 von 9,6 Milliarden Euro nach. Im ersten Halbjahr sprang der Konzerngewinn indes sprunghaft auf 650 Millionen von 155 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum - dies entsprach einem Ergebnis je Aktie von 0,58 (Vorjahr 0,14) Euro. Grund für den Gewinnsprung ist aber, dass der Gewinn im vergangenen Jahr noch durch eine die bilanzielle Vorsorge gedrückt worden war, welche die Post aufgrund des Streits um Beihilfen mit der Europäischen Kommission bilden musste. Das Konzernergebnis lag dennoch unter den Erwartungen befragter Analysten, die im Durchschnitt einen Gewinn von 700 Millionen Euro erwartet hatten.

Konzernumsatz nur leicht unter Vorjahr

Das betriebliche Ergebnis (Ebita) betrug in den ersten sechs Monaten 1,47 (1,57) Milliarden Euro. Der Rückgang um 6,6 Prozent beruhte zum Teil auf der Senkung des Briefportos zu Jahresbeginn, hieß es. Aber auch Einmaleffekte im Vorjahr, als die Post unter anderem Rückstellungen auflösen konnte, seien bei diesem Vergleich zu berücksichtigen. Der Konzernumsatz erreichte 19,2 Milliarden Euro und lag damit nur leicht unter Vorjahresniveau.

Post setzt auf zweites Halbjahr

Für das zweite Halbjahr erwartet die Post nun ein Ebita mindestens auf dem Niveau des Vorjahres, teilte der Konzern mit. Aus diesem Grund könne die Post im Gesamtjahr voraussichtlich einen höheren Betriebsgewinn einfahren als noch im Frühjahr erwartet.

Insgesamt legte die Aktie zu

Die Post-Aktie hat in den vergangenen Monaten im Sog des stärkeren Gesamtmarktes deutlich zugelegt. Das Papier gewann seit Jahresbeginn über 30 Prozent. Belastet wird die Kursentwicklung des Anteilsscheins Analysten zufolge allerdings von Befürchtungen, der Großaktionär Bund könnte sich angesichts seiner Schuldenlast von Anteilen an der Post trennen. Post-Finanzvorstand Edgar Ernst hatte allerdings erst Mitte Juli unterstrichen, dem Konzern lägen keinerlei Erkenntnisse vor, dass der Bund Aktien des Konzerns am Markt platzieren will: "Es gibt hier keinerlei Erkenntnisse oder Vorbereitungen für einen wirklichen zweiten Börsengang."


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