Börse Frankfurt Licht aus für den Abendhandel?

In den Boom-Zeiten der Börse war es eine Vision: Der Privatanleger, der sich nach der Arbeit vor den Rechner klemmt und fröhlich den Abend mit Wertpapiergeschäften verbringt. Der Boom ist vorbei und der Abendhandel vielleicht auch bald.

Auf Druck von ausländischen Anlegern schafft die Deutsche Börse den Abendhandel möglicherweise wieder ab. Nachdem das Orderaufkommen in der Zeit zwischen 17.30 Uhr und dem Börsenschluss um 20.00 Uhr zuletzt immer weiter gesunken sei, prüfe die Frankfurter Wertpapierbörse eine Verkürzung der Handelszeit, sagte eine Sprecherin der Deutschen Börse am Montag und bestätigte damit einen entsprechenden Pressebericht vom Wochenende. Ursache für die Prüfung seien aber Marktteilnehmer aus dem Ausland. Sie würden zunehmend auf einheitliche Handelszeiten an den großen europäischen Börsen drängen.

Nur in Frankfurt gebe es den Abendhandel. Er war im Juni 2000 im Zuge des Privatanleger-Booms eingeführt worden. Zu möglichen neuen Handelszeiten und über die Dauer der Prüfung wollte die Sprecherin keine Angaben machen. Laut 'Börsen-Zeitung' rechnen Marktkreise bis Ende dieses Jahres mit Resultaten. Die Börse plädiere stark für eine bundesweit einheitliche Lösung. In Marktkreisen wird stark auf die alten Börsenzeiten mit einem Handelsschluss um 17.30 Uhr spekuliert.

In den vergangenen zwei Jahren sei der Anteil "kleinteiliger Orders" in der Zeit nach 17.30 Uhr gesunken, sagte die Sprecherin. Der Anteil des Abendhandels am gesamten Orderaufkommen habe im Jahr 2001 noch neun Prozent betragen. Im Jahr 2002 sei er auf acht Prozent gefallen. Im Mai habe es noch einmal einen Rückgang auf sieben Prozent gegeben. Das Handelsvolumen blieb im späten Handel dagegen konstant bei sieben Prozent.

DPA

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