Debatte um Managergehälter Das sagen stern.de-Leser


In der Öffentlichkeit wird heftig über Vorstandsgehälter in Deutschland diskutiert. Verdienen die Top-Manager von großen Konzernen zu viel? Die stern.de-Leser sind da geteilter Meinung.

Die Debatte um Deutschlands Spitzenverdiener in der Wirtschaft ist erneut entflammt. War es zuletzt noch Josef Ackermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, der mit seinem 12-Millionen-Euro-Gehalt im Jahr 2005 im Mittelpunkt der Kritik stand, zieht nun Wendelin Wiedeking alle Aufmerksamkeit auf sich.

Rund 50 Millionen Euro soll er im vergangenen Geschäftsjahr eingesackt haben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schaltete sich ein und attackierte die Gehälter von Top-Managern scharf. Doch auch stern.de-Leser beteiligen sich an der Diskussion. Dabei wird aber nicht nur Kritik laut: Zum Teil wird der Spitzenverdiener sogar verteidigt.

"ThomasA" ist zwar bewusst, dass 50 Millionen Euro ein "Schweinegeld" seien. Doch dafür habe "Wiedeking sicher auf einiges Nicht-Materielles verzichten müssen". So konnte unser Leser das Heranwachsen seiner Kinder miterleben. Und Wiedeking dürfte nicht einmal genug Zeit haben, sein Geld auszugeben. "Gönnen wir Wiedeking die Kohle", sagt "ThomasA".

"Er hat es verdient"

Auf die Seite von Wiedeking schlägt sich unser Leser "Schall": "Wenn jemand 50 Millionen Euro verdient hat, dann er. Denn er hat Porsche aus den Miesen geholt und zu einem profitablen Autobauer gemacht." Da pflichtet ihm auch "peternicki" bei. Wiedeking habe aus Porsche erst das gemacht, was es heute ist. Ein Argument, das "Gizmo29" gar nicht nachvollziehen kann: "Das ist die typische Missachtung der Arbeitnehmerschaft." Genauso wenig, wie Angela Merkel Deutschland sei, habe Wiedeking alleine den Konzern so erfolgreich gemacht.

Um den Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, verweisen "UdoAC" und "Schall" auf den Sonderbonus, den Porsche an alle Mitarbeiter ausbezahlt hat. "Jeder Mitarbeiter, ob nun Direktor oder Putzfrau, hat dieses Jahr wieder eine Einmalzahlung von etwa 5.000 Euro bekommen."

Das scheint "Wuestenmausi" nicht zu berühren und beklagt die scheinbare Annäherung an amerikanische Verhältnisse: "Ich lese von Managern, die mehr Geld einstreichen, als sie je verdienen, während mehr und mehr Angestellte nicht mehr genug verdienen, um überleben zu können." Und "H.P." verweist auf die Schieflage der Einkommensverteilung in Deutschland. Er behauptet: "Langfristig wird das auch die deutsche Wirtschaft gefährden."

Lichterkette oder Generalstreik?

Vielen kritischen Leser glauben zu wissen, wie der "Gehaltswahn" der Manager gestoppt werden könnte. So rief ein Leser zum Streik auf, ein anderer schlug eine Protestaktion in Form einer Lichterkette vor dem Reichstag in Berlin vor. Etwas konkreter wird "Loco", der die Politik dazu aufruft, die Gehälter auf "vernünftige" Maße zu beschränken. Oder "Agenda-1984", der den Spitzensteuersatz auf 90 Prozent erhöhen will.

Doch da wirft "Medley" die Frage in den Raum, wer denn das Spitzengehalt zahle. Die Antwort hat er auch parat: Es sind weder der Staat noch die Steuerzahler oder die Politiker. Es sind die Aktionäre, die im Übrigen ebenfalls am Erfolg von Porsche mitverdienen.

Ganz gelassen sieht die ganze Debatte "maindelfin", der mit einem Augenzwinkern darauf verweist, dass Wiedeking ein Jahr lang arbeiten musste, um 50 Millionen Euro zu verdienen. "Doch derjenige, der den Lotto-Jackpot knackt, verdient einen ähnlich hohen Betrag an einem Tag!"

alz

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